Unser Kirchenbezirk angesichts der Corona-Krise

Unser Kirchenbezirk angesichts der Corona-Krise

Stand: 29. Mai 2020

Coronavirus – EOK-Infomail

 

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Mitarbeitende,

Pfingsten – das Fest des Heiligen Geistes.

Die Gruppe der verängstigten Freund*innen Jesu hat sich in einem Haus zurückgezogen. Gottes Geist macht aus ihnen eine Schar, eine Korona von Menschen, die neu aus der Kraft und aus dem Trost Gottes lebt. Sie geben diese Zuversicht weiter – in allen Sprachen, in vielen verschiedenen Formaten, in Geschichten für Kinder und in seelsorglichen Gesprächen mit Älteren, in Andachten und im Glockenläuten.

Korona“ bezeichnet nach dem Duden umgangssprachlich eine fröhliche Schar, eine Gruppe, eine Ansammlung von Menschen, die gemeinsam etwas unternehmen (wie z.B.: „Die ganze Korona machte sich auf“).

Von Herzen wünschen wir Ihnen ein stärkendes, ermutigendes Pfingstfest – Gottes Heiligen Geist, der Ihnen Trost und Zuversicht schenken kann – und die Kraft, auch in schwierigen Zeiten neu anzufangen. Ein Pfingstfest, das Sie wenigstens an den Feiertagen Corona einmal mit „K“ lesen und hören lässt!

Frohe Pfingsten und herzliche Grüße aus dem EOK,

Ihre Cornelia Weber

 

Bitte beachten Sie die folgenden Hinweise und Informationen:

1. Zentrale Online-Gottesdienste – für Erwachsene, Kinder und Jugendliche

  • An Pfingstsonntag (31.05.) übertragen wir um 10:30 Uhr live einen Gottesdienst aus Heiligkreuzsteinach mit Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh, Pfarrerin Eleanor McCormick und Pfarrer Steffen Banhardt.

Die Gottesdienste werden jeweils auf www.ekiba.de/kirchebegleitet angekündigt und übertragen. Gerne können Sie den Pfingstgottesdienst auch in Ihre Gemeinde-Website einfügen. (Eine Anleitung dazu finden Sie unter www.ekiba.de/digitaletipps).

  • Kigo online

Online Kindergottesdienste an Pfingsten und an allen weiteren Sonntagen bis Ende Juni gibt es aus den Kindergottesdienstlandesverbänden der EKD unter www.kirchemitkindern-digital.

Aus der Evangelischen Gemeinde Ladenburg gibt es zu Pfingsten eine „ Mini- Kirchenmaus“ –  und am 6. Juni eine „ Kirchenmaus- Echt stark „  Die Kindergottesdienste starten immer um 10 Uhr und sind zu finden unter: www.ekila.de

  • Angebote für Jugendliche, auch zu Pfingsten:
Für Jugendliche finden sich viele kreative Ideen quer durch ganz Baden unter dem #seibegleitet auf Facebook und Instagram und unter:
https://egj-baden.de/inhalte/seibegleitet.html

2. Geistliches Wort in schriftlicher Form

Ein geistliches Wort zum Pfingstsonntag von Prälat Traugott Schächtele finden Sie auf der Startseite von www.ekiba.de und unter https://www.ekiba.de/kirchebegleitet (Geistliches Wort). Gerne können Sie das geistliche Wort auf Ihrer Website verlinken bzw. an Ihre Gemeindeglieder weiterleiten oder ausdrucken und austeilen.

Das geistliche Wort zum Sonntag Trinitatis von OKR Matthias Kreplin finden Sie rechtzeitig unter der obengenannten Adresse.

3. Schutzkonzept für Gemeindeveranstaltungen

Viele Menschen in unseren Gemeinden sehnen sich nach Begegnungen, auch wenn sie nur auf Abstand möglich sind, sowie nach persönlicher und geistlicher Stärkung. Im Zuge der Lockerungen der Kontaktbeschränkungen werden auch gemeindliche Veranstaltungen wie Gruppen und Kreise wieder möglich, wenn diese die Abstandsregeln und die Hygienevorschriften einhalten können. Das Land Baden-Württemberg teilt hierzu (Stand 28.05.2020) folgendes mit: „Nicht private Veranstaltungen mit festen Sitzplätzen dürfen ab dem 1. Juni mit bis zu 100 Teilnehmenden stattfinden. Dafür müssen die Veranstalter ein Hygienekonzept erarbeiten, das auf Verlangen vorgelegt werden muss. Zu dieser Veranstaltungsart gehören etwa (…) Veranstaltungen von Vereinen, Parteien, (..).Hierzu wird zeitnah noch eine gesonderte Verordnung erlassen, die Fragen zu Hygienevorschriften und Abstandsregeln beinhaltet.“

Damit Sie vor Ort gemeindliche Aktivitäten planen und durchführen können, erhalten Sie im Anhang ein Rahmen-Schutzkonzept, das für die einzelnen Veranstaltungsformate sowie für die räumlichen Gegebenheiten jeweils anzupassen ist. Darin enthalten sind auch Hinweise für die Vermietung von Gemeinderäumen.

Im Anhang finden Sie auch einen Aushang für Ihre Räumlichkeiten sowie eine Checkliste zur Planung von gemeindlichen Veranstaltungen.

5. Landeskirchliche Kollekten und Online-Spenden

Gerne möchten wir noch einmal daran erinnern: Mit der Ermöglichung öffentlicher Gottesdienste werden in Präsenzgottesdiensten auch wieder Opfer und Kollekten für wichtige gemeindliche und gesamtkirchliche Aufgaben erbeten. Hierfür gilt der landeskirchliche Kollektenplan (www.ekiba.de/kollektenplan). Die bezirklichen und landeskirchlichen Kollekten werden wie gewohnt über die VSAs abgerechnet.

Was sich aber in der Krise bewährt hat, wollen wir fortführen: Auf www.ekiba.de/kollekten gibt es künftig dauerhaft die Möglichkeit, für den einen oder anderen sonntäglichen Kollektenzweck etwas online zu spenden. Wenn Sie weiterhin Online-Gottesdienste bzw. Andachten feiern, freuen wir uns, wenn Sie dabei auf die Möglichkeit der Unterstützung für Corona-Notfälle in Baden und weltweit hinweisen: www.ekiba.de/coronaspenden

6. Kirchenmusik

Die Landeskirche hat vor dem Hintergrund der aktuellen wissenschaftlichen Stellungnahmen die Fragen der Mindestabstände von Musizierenden nochmals in den Blick genommen und möchte in nächster Zeit – im Hinblick auf die aktuellen wissenschaftlichen Stellungnahmen – die Pflichtabstände der Musizierenden deutlich verringern, zugleich jedoch Regeln über die Mindestraumgröße und die maximale Probendauer erlassen.

Dies wird in einem „Schutzkonzept Kirchenmusik“ geschehen, das bereits entworfen ist und für das wir aktuell auf die Rückmeldung des Landesgesundheitsamtes warten.

Da die detaillierte Abstimmung mit dem Land aber nicht mehr vor dem Pfingstwochenende möglich ist, hat die Landeskirche im Vorgriff auf die zu erwartende Regelung entschieden:

  • Bei Open-air-Gottesdiensten am Pfingstwochenende bestehen unsererseits keine Bedenken, wenn beim Einsatz von Bläserensembles die Abstände unter den Musizierenden im Freien unter 6 Meter liegen, sofern dies aus Platzgründen erforderlich ist.
  • Abstände von mindestens 3 Metern sollen – auf ausdrückliche Bitte der Landesbehörden – aber gewährleistet sein.
  • Der Abstand zum Publikum/zur Gemeinde soll – ebenfalls auf ausdrückliche Bitte der Landesbehörden – 10 Meter nicht unterschreiten.
  • Die Anzahl von Bläserinnen und Bläsern soll deutlich unter 15 liegen.

Wir bitten, dem an diesem Wochenende so Rechnung zu tragen, und hoffen, dass wir bereits zum darauffolgenden Wochenende ein mit dem Land abgestimmtes Schutzkonzept Kirchenmusik veröffentlichen können. Daher gilt diese Regelung ausdrücklich nur für das Pfingstwochenende.

Wegen der Einschätzung der Risiken beim Gemeindegesang haben wir ebenfalls das Landesgesundheitsamt um Stellungnahme gebeten. Bis zum Abschluss der Gespräche bitten wir in dieser Frage noch um Geduld.

Rückfragen bitte an Landeskirchenmusikdirektor Kord Michaelis: kord.michaelis@ekiba.de

7. Wiederaufnahme Kindergottesdienst

Wann und wie können wir (endlich) wieder Kindergottesdienst von Angesicht zu Angesicht feiern? Diese Frage beschäftigt viele. Grundsätzlich trifft die Entscheidung darüber der Ältestenkreis als verantwortliches Leitungsgremium der Gemeinde.  Für den Kindergottesdienst gelten auch die Auflagen, Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen, die im Erwachsenengottesdienst „ einzuhalten“ sind: Abstandsregeln und somit entsprechend große Räume, keine Berührungen,  Verzicht auf gemeinsames Singen. Vermutlich ist das für und mit Kindern nicht so leicht, doch gerade hier haben wir eine besondere Verantwortung. Einige Gemeinden laden bereits zu kurzen (max 30 Minuten)  Kigos Kinder und Eltern ein.  Gut vorstellbar sind in den Sommermonaten auch  Kindergottesdienste unter Gottes freiem Himmel, – auf der Wiese vor dem Gemeindehaus oder im Garten der Kita, bzw. an anderen schönen Orten. Hier ist Raum, um Geschichten von Gott und der Welt zu erzählen, beim Beten und im Segen seine Nähe zu erfahren und einander wahrzunehmen.

Nachfragen bei: Pfrin Christine Wolf, Landeskirchliche Beauftragte für Kirche mit Kindern  christine.wolf@ekiba.de

8. Konfirmationen und Konfirmationsunterricht

Immer wieder erreichen uns Nachfragen, ob Konfirmationsfeiern im 2. Halbjahr geplant werden können:

Konfirmationsgottesdienste für nach den Sommerferien können dann geplant werden, wenn

Für den neuen Konfi-Jahrgang 2020/21 empfiehlt sich eine Verschiebung des KUs um mehrere Monate. Bei einem Beginn im November 2020 könnte die Konfirmation etwa im Juli 2021 stattfinden. Die ausführlichen Informationen zum Thema finden sich auf der Website des RPI unter der Rubrik „Konfirmandenarbeit“: https://www.rpi-baden.de/.  Dort werden auch nach und nach Gestaltungsvorschläge für eine Konfirmation unter Corona-Bedingungen eingestellt. Anfragen beantwortet der Landeskirchliche Beauftragte für die Konfirmandenarbeit: ekkehard.stier@ekiba.de

9. Hinweise für Jugendfreizeiten und ähnliche Formate aus dem EKJB

Derzeit erleben wir eine rege Diskussion um die Öffnung verschiedener Freizeitformate, auch im Bildungskontext. Landeskirchlich sind wir da in einem intensiven Austausch mit dem Land und allen Bezirksjugendwerken. Dort liegen auch jeweils „tagesaktuell“ die derzeit gültigen und angeratenen Maßnahmen vor, die einerseits auf den allgemein verbindlichen Rechtsregelungen und andererseits auf dem inhaltlichen Austausch innerhalb des EKJB und der Bezirksjugendwerke basieren.

Kurz gesagt gilt im Moment jetzt: Die allgemeinen Regeln zu Mundschutz, Abstandsregelungen usw. gelten nach wie vor; zu dem ist zu bedenken, ob auch alles, was theoretisch durchführbar wäre, praktisch sinnvoll und verantwortlich ist unter fürsorgender Rücksichtnahme auf Mitarbeitende, Teilnehmende und Erziehungsberechtigte.

Sobald es weitere wirklich belastbare und im Gesamtkontext vertretbare Regelungen gibt, informieren wir gerne und zeitnah.

Rückfragen bitte an Landesjugendpfarrer Dr. Jens Adam: jens.adam@ekiba.de

10. Bei Presseterminen bitte beachten

Das Zentrum für Kommunikation weist darauf hin, bei allen kirchlichen Veranstaltungen mit Presseanwesenheit besonders darauf zu achten, den Mindestabstand sichtbar einzuhalten – vor allem auch bei der Aufstellung für Fotos. Bitte achten Sie auch darauf, wenn Sie selbst Fotos von Veranstaltungen an die Presse geben, dass auf dem Foto die Abstandsregel sichtbar eingehalten wurde.

 

Rahmen-Schutzkonzept

für Veranstaltungen in den Gemeinden der Evangelischen Landeskirche in Baden während der Corona-Pandemie

(Stand: 27.05.2020)
I. Vorbemerkungen

In vielen Bereichen der Kultur, der Bildung, des öffentlichen und des religiösen Lebens werden die Einschränkungen vorsichtig gelockert. Die Erfahrungen der letzten Tage zeigen, dass mit größeren Versammlungen weiterhin ein Risiko der Ansteckung verbunden ist. Zugleich erleben wir, dass sehr viele Menschen darauf warten, sich wieder in der Gemeinschaft der Kirche begegnen zu können und dadurch persönliche und geistliche Stärkung zu erfahren.
Die evangelische Kirche hat seit Anfang der Corona-Pandemie deutlich gemacht, dass sie dazu beitragen will, dass das Virus sich nicht weiter ausbreitet, damit keine Menschenleben gefährdet werden. Deshalb werden auch weiterhin öffentliche Angebote in den verschiedenen kirchlichen Arbeitsfeldern sich nicht nur an den staatlichen Vorgaben orientieren, son-
dern nach einem der jeweiligen Situation angemessenen Schutzkonzept durchgeführt werden.
Rahmen-Schutzkonzepte für Gottesdienste, Gremiensitzungen, aber auch für die Kindertagesstättenarbeit und die Seelsorge in der Evangelischen Landeskirche in Baden liegen vor; für den Bereich der Kirchenmusik und der Erwachsenenbildung sind sie gegenwärtig in Arbeit. In allen Feldern beobachten die Fachgremien im EOK die Entwicklung der staatlichen
Vorgaben, aber auch der wissenschaftlichen Diskussion, und geben Veränderungen schnellstmöglich an Gemeinden und Einrichtungen weiter.
Da es nicht möglich ist, für jede Form der Gemeindearbeit ein eigenes Schutzkonzept vorzulegen, formulieren wir hier mit diesem Rahmen-Schutzkonzept noch einmal Grundlinien, die die Verantwortlichen bei der Gestaltung kirchlichen Handelns während der Corona-Pandemie zu beachten haben.

II. Was zu bedenken ist

Wenn Sie darüber nachdenken, in Ihrer Gemeinde eine Zusammenkunft (Gruppen, Kreise, Veranstaltungen etc.) durchzuführen, sollten Sie folgende Punkte prüfen, klären und bedenken:

a. Staatliches Recht
Vor der Durchführung einer Zusammenkunft ist die jeweils aktuelle Rechtslage zu prüfen und zu beachten. Hierbei können sowohl Vorgaben des Landes Baden-Württemberg bestehen, als auch Vorgaben der Kommune, in deren Einzugsbereich die Veranstaltung durchgeführt wird. Mit der ab dem 01. Juni 2020 geltenden Corona-VO Baden-Württemberg können
Zusammenkünfte in engen Grenzen wieder durchgeführt werden. Die staatlichen Regelungen ändern sich in engem Zeittakt; die jeweils aktuelle Version ist im Internet abrufbar unter:
https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/aktuelle-infos-zu-corona/aktuelle-corona-verordnung-des-
landes-baden-wuerttemberg/
www.ekiba.de

b. Spezielle Schutzkonzepte und Fachthemen
Prüfen Sie für die geplante Zusammenkunft, ob für das entsprechende Format (z.B. Bildungsveranstaltung) spezielle Regelungen staatlichen Rechts gelten oder ob für das geplante Format spezielle Schutzkonzepte bereits erarbeitet sind, die besondere Anforderungen aufneh-
men. Informationen hierzu können Ihnen die für das jeweilige Thema im Evangelischen Oberkirchenrat zuständigen Fachabteilungen geben.
Soweit eine Veranstaltung unter Einbeziehung der landeskirchlichen Ebene verantwortet wird oder Mitarbeitende des Evangelischen Oberkirchenrates einzubeziehen sind, ist die Durchführung vorab mit der zuständigen Fachabteilung im Evangelischen Oberkirchenrat abzustimmen.

c. Raumgröße
Wesentlicher Teil des Rahmenschutzkonzeptes ist die Einhaltung von Abstandsregelungen bei der Veranstaltungsdurchführung. Je nach der Zahl der Teilnehmenden müssen entsprechende Räumlichkeiten vorhanden sein, um die Veranstaltung durchzuführen.

d. Risikopersonen
Es sollte darüber nachgedacht werden, inwieweit Personen, die als sog. Risikopersonen gelten, sich von solchen Angeboten ausgeschlossen fühlen könnten und wie man damit vor Ort umgeht.

e. Phasenweise Öffnung
Bedingt durch die sich ständig ändernde Situation ist es empfehlenswert, in geordneten Schritten auf die Wiederaufnahme von Versammlungen und Veranstaltungen zuzugehen.
Hierfür sollte vor Ort eine gewisse Reihenfolge geplant werden, wobei diese in der Region oder im Kirchenbezirk möglichst abgestimmt werden sollte, damit kein „Wettbewerb“ unter den Gemeinden im Hinblick auf die Öffnung geschieht.
Es gibt verschiedene Kriterien, anhand derer man eine Priorisierung entwickeln kann. Die nachstehende Aufzählung von Fragestellungen gibt Beispiele:

1. Ist der Veranstaltungstyp im staatlichen Recht gesondert benannt und ist für die mögliche Durchführung ein besonderer Rahmen oder Zeitpunkt gesetzt? (Beispiele wären Gremiensitzungen, zu denen bereits ein gesondertes Schutzkonzept erarbeitet wurde, oder Bildungsveranstaltungen, die gesondert in der Corona-VO benannt sind).

2. Adressiert sich die Versammlung an einen beschränkten und feststehenden Personenkreis? Bedarf es für die Versammlung einer zwingenden Anmeldung, so dass der Nutzerkreis im Vorhinein klar begrenzt werden kann?

3. Adressiert sich die Veranstaltung vor allem an Personen aus Risikogruppen?

4. Dient die Zusammenkunft dienstlichen oder organisatorischen Zwecken, die für die Gemeinde insgesamt wichtig sind? Ist an Stelle einer Zusammenkunft auch eine andere Form der Durchführung (Videokonferenz) denkbar?

5. Wird durch die Art der Veranstaltung und den angesprochenen Personenkreis die Möglichkeit, die Ordnung während der Veranstaltung aufrecht zu erhalten, beeinflusst?

6. Dient die Versammlung ausschließlich der Gemeinschaft und Geselligkeit?

III. Rahmen-Schutzkonzept für Veranstaltungen in Gemeinden

Die entscheidenden sechs Parameter des Schutzes sind:
• der Abstand,
• die räumlichen Bedingungen,
• der Mund-Nase-Schutz,
• die Hygienevorschriften,
• die Nachverfolgung der Infektionsketten,
• die verantwortliche Person.

Das heißt konkret:

1. Bei der Planung und Vorbereitung von Veranstaltungen bzw. Gruppen und Kreisen sind die Zielgruppen sowie die Dauer der Veranstaltung in den Blick zu nehmen.

2. In der Regel ist ein Abstand von 2 m einzuhalten. Menschen, die in einer häuslichen Gemeinschaft leben, unterliegen dieser Abstandsregel nicht.

3. Daraus ergibt sich für jeden Raum eine Höchstzahl von Teilnehmenden; für die spezifische Anwendung ist die Größe und Höhe des Raumes und die Form der Nutzung zu berücksichtigen. Räume sind so vorzubereiten, dass durch die Bestuhlung der notwendige Abstand angezeigt wird.
Auch im Freien sind entsprechende Regelungen zu treffen.

4. Veranstaltungen in geschlossenen Räumen sollten nicht länger als 60 Minuten dauern. Alle 30 Minuten ist der Raum gut zu durchlüften.

5. Vor Beginn von Veranstaltungen wird auf die Hygienevorschriften und Schutzkonzepte hingewiesen. Es stehen Mittel zur Handdesinfektion zur Verfügung.

6. Die Türen und alle Gegenstände und Flächen, die in Kontakt zu Personen kommen, werden vor und nach jeder Veranstaltung gründlich gereinigt; ebenso die sanitären Anlagen.

7. Die Teilnehmenden und die Veranstaltenden tragen beim Hinein- und Hinausgehen einen Mund-Nasen-Schutz.

8. Auf Gesang wird wegen der erhöhten Infektionsgefahr verzichtet; diese Vorgabe wird bis zum 1. Juli und dann regelmäßig unter infektiologischen Gesichtspunkten überprüft.

9. In Gruppen und Kreisen wird auf Essen und Trinken verzichtet (sonst gelten die Regelungen für Restaurants).

10. Werden zu dem Angebot viele Teilnehmende erwartet, die nicht bekannt sind, ist die Notwendigkeit einer Liste zur Nachverfolgung möglicher Infektionsketten zu prüfen; die entsprechenden datenschutzrechtlichen Vorgaben sind zu beachten.

11. Bei kirchlichen Veranstaltungen ist eine verantwortliche Person zu benennen, die über das Schutzkonzept und seine Umsetzung bzw. über besondere Vorkommnisse Auskunft geben kann.

 

IV. Ergänzender Hinweis zur Vermietung von Gemeinderäumen

Für den Fall der Überlassung von Gemeinderäumen an Dritte zur Durchführung einer Zusammenkunft werden folgende Hinweise gegeben:

Bei Vermietungen von Gemeinderäumen trägt der Mieter und damit der Veranstalter die rechtliche Verantwortung für die Beachtung der staatlichen Vorschriften sowie die Vorlage und Umsetzung eines Schutzkonzepts.

Empfehlenswert ist, dies im Mietvertrag durch eine Zusatzklausel auch festzuhalten (s.u.). In Fällen, in denen sich aufdrängt, dass eine Veranstaltung geplant ist, die den Anforderungen des Infektionsschutzes nicht genügen würde, sollte sicherheitshalber eine Vermietung unterbleiben. Auch der Zweck der Vermietung kann im Mietvertrag entsprechend festgehalten werden (s.u.). Ein Hinweis auf die nach den geltenden Abstandsregeln höchste Belegungszahl des Mietobjektes als Information kann aufgenommen werden. Ergänzend können die
Regelungen des für die Gemeinde selbst geltenden Schutzkonzepts dem Mieter als Hilfestellung an die Hand gegeben werden.

Eine Klausel, die in den Miet- oder Überlassungsvertrag aufgenommen werden kann, könnte beispielhaft wie folgt formuliert werden:
Die Vermietung des Gemeindehauses/Gemeinderaumes erfolgt für die Durchführung eines Fortbildungsseminars mit höchstens 15 anwesenden Personen. Der Mieter wird darüber informiert, dass bei der erforderlichen Bestuhlung eine Nutzung des Gemeinderaumes unter Einhaltung der notwendigen Abstandsregelungen, die die Kirchengemeinde vorsieht, für maximal 18 Personen möglich ist. Der Mieter ist für die Beachtung und Einhaltung sämtlicher rechtlicher Vorgaben staatlichen Rechts (insb. Recht des Landes Baden-Württemberg und kommunales Recht) sowie für die Einhaltung staatlicher Vorgaben und Auflagen verantwortlich. Der Mieter ist insbesondere für die Aufstellung, Umsetzung und Einhaltung eines Hygi
ene- oder Schutzkonzepts für die durchzuführende Veranstaltung verantwortlich. Eine Übergabe des für die Kirchengemeinde geltenden Schutzkonzepts zur Nutzung des Gemeinderaumes ändert diese rechtliche Verantwortlichkeit nicht.

Rückfragen an: corona@ekiba.de