Pilotprojekt „Ev. Profil“ – Fachtag für Kita-Mitarbeitende am 24.01.2019 in der Neureuter Badnerlandhalle

Diakonin Daniela Stähle aus Weingarten stellte ihren Auftrag vor, ab Anfang Februar modellhaft Kinderbibelwochen in unseren Kindertagesstätten durchzuführen, damit diese künftig überall regelmäßig durchgeführt werden.

Rückenwind vom Evangelium

In evangelischen Kindertagesstätten soll eigenes Profil gestärkt und vertieft werden

Kreis Karlsruhe (awe). In der badischen Landeskirche läuft derzeit ein auf evangelisch getragene Kindertagesstätten ausgerichtetes Projekt. Es hat zum Ziel, in den Einrichtungen evangelisches Profil zu stärken und weiterzuentwickeln. Dieser Leitlinie folgte jetzt ein Fachtag für Erziehungskräfte aus dem Kirchenbezirk Karlsruhe-Land. Überwiegend handelt es sich dabei um Frauen. Unter den rund 475 Teilnehmern fanden sich aber auch einige Männer.

Federführend war Schuldekan Stephan C. Thomas. Grundlegend gehe es darum, die eigenen, besonderen Stärken aufzuzeigen, erläutert er gegenüber den BNN. Nicht allein die religiöse Thematik stehe dabei im Fokus. Mitarbeiter sollen sich auch vom Evangelium getragen und motiviert wissen. Zur übergeordneten Initiative gehörten etwa In-House-Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte, in denen vermittelt werde, wie religionspädagogische Anliegen vermittelt werden können.

In der Regel seien Mitarbeitende evangelisch oder katholisch und orientierten sich sehr stark an einem christlichen Menschenbild, erklärt Schuldekan Thomas. Manchmal aber geschehe dies nicht in vollem Bewusstsein der eigenen Identität. Das Bewusstsein dafür gelte es zu vertiefen.

Ansatzpunkte gaben Fragen wie „Was bedeutet es für mich, in einer evangelischen Kita zu arbeiten?“ oder „Woran erkennen Kinder und ihre Familien das Christliche in ihrer Kita?“ Eine besondere Herausforderung bringt mittlerweile die multikulturelle Vielfalt in Kitas. Wie man mit Religiosität und unterschiedlichen Erfahrungen der Kinder umgeht, war ein Aspekt. Daran schließt sich an, wie Kinder christlichen Glauben erleben können, ohne ausgegrenzt oder vereinnahmt zu werden.

In Vorträgen wie im Dialog drehte sich die Veranstaltung ums Motto „Im Horizont evangelischer Freiheit“. Es involviere, sich selbst bei Gott angenommen zu fühlen, andere Menschen zu akzeptieren und mit ihnen in ihrer Unterschiedlichkeit offen umzugehen, so Schuldekan Thomas. Letztlich „vermittle ich das am stärksten, was ich auch in mir selbst trage“, betont er. Positiv waren die Feedbacks: „Ich hörte, es habe gut getan, Wertschätzung zu erfahren und wahrzunehmen, wie wichtig und wertvoll die Arbeit ist.“ Bemerkenswert sei die große Unterstützung der Träger und Eltern.

Dekan Martin Reppenhagen zeigt sich begeistert von dem Zuspruch. „Ich denke, es war eine großartige Ermutigung, die die Leute mitnehmen werden“, hebt er hervor. Es brauche solche Zeiten der Ermutigung und das Gefühl, mit seiner Arbeit etwas Besonderes zu tun. Eine Besonderheit ist zudem eine neue, auf vier Jahre konzipierte halbe Stelle für Kinderbibelwochen in Kindertagesstätten, die im Februar 2019 mit Diakonin Daniela Stähle aus Weingarten an den Start geht.