NEUREUT HILFT!“ – Hilfstransport nach Brohl-Lützing

NEUREUT HILFT!“

Hilfstransport nach Brohl-Lützing

 

 

BNN Ausgabe Nr. 185 30

Freitag, 13.08.2021

KARLSRUHE

Füller und Zirkel gingen in der Flut unter

Hilfsaktion aus Neureut sammelt Schulranzen für Eschweiler / Fünf Schulen vom Hochwasser betroffen

Von BNN-Mitarbeiter Klaus Müller

Der Inhalt der Fuhre, die sich per 14-Tonner auf den Weg von Karlsruhe nach Eschweiler aufmachte, kommt ge rade richtig. Zum Schulanfang. Nein, nicht in Baden-Württemberg, sondern in Nordrhein-Westfalen. Dort geht es nächste Woche nach den Sommerferien mit dem Schulunterricht los. Der Laster hat eine durchaus kostbare Fracht: Schulsachen, angefangen vom Ranzen bis hin zum Mäppchen. Allesamt wurden sie gespendet und finden nun in Eschweiler dankbare Abnehmer.

230 Schulranzen kamen bei der Spendenaktion zusammen, darunter etliche neue.

Teile der Stadt am Nordhang der Eifel gingen regelrecht in den Hochwasser – Fluten unter. „Davon betroffen sind auch fünf Schulen und sechs Kindergärten“, berichtet Julia Jerabek. Die Kinderärztin aus Karlsruhe organisierte federführend den ungewöhnlichen Schulranzen-Transport. „Ich wollte unbedingt helfen, als ich von den Auswirkungen der Hochwasserkatastrophe hörte.“

Mehr oder weniger durch Zufall, über soziale Medien, kam ein Kontakt nach Eschweiler zustande. Aus einer anfäng- lich privaten Aktion wurde alsbald eine öffentliche – maßgeblich unterstützt von der evangelischen Kirchengemeinde Neureut-Nord und begleitet von der freien evangelischen Gemeinde, der katholischen Kirchengemeinde, dem Bauhof sowie dem Transportunterneh- men pf-Spezialtransportes und der Dru-
ckerei Wolfsrudel. Kurzum: Es handelte sich um eine bemerkenswert konzertierte Aktion, für die wenige Tage Zeit blieb.
„Wir benötigen für den Schulanfang dringend Schulsachen“, lautete die Bitte aus Eschweiler von der Initiative „Guter Schulstart“. Schnelles Handeln war erforderlich. Tausende von Flyern mit einer Auflistung, was alles gebraucht wird, wurden laut Gemeindepfarrer Pascal Würfel in Neureut verteilt. Der Rücklauf, so der Pfarrer und Jerabek, sei mehr als beachtlich gewesen. Allein über 230 Schulranzen, darunter etliche neue, kamen zusammen. Die Initiatorin ging überdies Kleinanzeigen im Internet durch, in denen gut erhaltene Schulran- zen angeboten wurden. Sie schrieb die Kontakte an. Viele spendeten daraufhin die eigentlich zum Verkauf angebotenen Ranzen.

Gepackt und verteilt werden die Schulranzen nun von der Eschweiler Initiative „Guter Schulstart“. Zugute kommt das Projekt Schulkindern von der ersten Grundschulklasse bis zur Abiturklasse im Gymnasium. Der Bedarf ist vorhanden. Bei den Rettungsaktionen in den gewaltigen Wasserfluten dachte in Eschweiler verständlicherweise niemand an Füller, Zirkel und Buntstifte. Aber genau diese Sachen werden jetzt für den Schulanfang (wieder) gebraucht.
Es war übrigens nicht die erste Hilfs- aktion, die von Neureut aus in Hoch- wassergebiete startete. Unmittelbar nach dem Hochwasser fanden Alltags- und Arbeitssachen den Weg von Karlsruhe in Hilfsgebiete. „Wir sind einfach nur froh, was für die in Not geratenen Menschen tun zu können“, sagt Julia Jerabek.

 

 

PRESSEMITTEILUNG: Aufruf im Juli 2021

 

Hilfstransport aus Neureut

für Flutopfer in Rheinland-Pfalz

 

Um den von der Flut schwer betroffenen Menschen zu helfen, organisiert die Kirchengemeinde Neureut-Nord einen Hilfetransport nach Brohl-Lützing.

Von dort gibt es aktuelle Informationen, welche Dinge die Menschen derzeit besonders benötigen: Dies sind insbesondere:

Schutzbrillen, Arbeitshandschuhe, Eimer, Abzieher, Besen, Schaufel, Kopfbedeckung, Sonnencreme, Mückenspray, Müsliriegel, Studentenfutter, Waffeln, Kekse, Gummi-bärchen, süße Getränke, Trinkpäckchen, Konserven (Obst, Wurst, Linsensuppe, Ravioli, Erbsensuppe), Knäckebrot, Pumpernickel, Zwieback, Taschenlampe mit Batterien, Batterien (große für Taschenlampe), Cutter, Teppichmesser, Arbeits/Sicherheitsschuhe, Socken, Klebeband, Seife (keine Flüssigseife) und Desinfektionsmittel.

Wer sich bei dem Hilfstransport beteiligen möchte, kann die Sachen zusammen mit einem großen Karton ins Gemeindehaus der Kirchengemeinde Neureut-Nord (Kirchfeldstr. 149) bringen:

Abgabezeiten:

am Montag, 26.07., zwischen 13 und 15 Uhr oder 20 und 22 Uhr,

am Dienstag, 27.07.,  zwischen 09 und 11 Uhr oder

am Mittwoch zwischen 08 und 10 Uhr oder 16 und 18Uhr.

Dort wird dann alles verpackt und Ende der Woche in einen LKW verladen.

„Es wäre schön, wenn wir zumindest so einen kleinen Beitrag für die betroffenden Menschen vor Ort leisten können.“, betont Pfarrer Pascal Würfel, der die Initiative von zwei Frauen der Kirchengemeinde gerne unterstützt.