Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 07. August 2020

Der HERR wird Zion wieder trösten.

Sacharja 1,17

Alle Welt soll getröstet werden und die frohe Botschaft hören.

Was Notre Dame für Frankreich, das Empire-State-Building für New York, der Tafelberg für Kapstadt, das Hofbräuhaus für München ist, ist der Berg Zion für Israel. Dieser Berg am Rande von Jerusalem ist Ort des Tempels, synonym für die Gegenwart Gottes im Volk Israel. Dabei steht Zion auch für die Stadt Jerusalem oder gar für das ganze Volk. Später begegnet die Rede von der „Tochter Zion“, die Georg Friedrich Händel in dem bekannten Adventslied aufnahm.

Zion ist Sehnsuchts- und Hoffnungsort. Hier in Jerusalem, im geistlichen Zentrum des Volkes, wo der Tempel Gottes steht, soll Gott dem Volk neu begegnen, es trösten.

Viele Hoffnungen und Erzählungen ranken um den Ort und den Begriff. Zion wird eine Art Brennpunkt für das erlebte und erhoffte Handeln Gottes an und in Israel.

So wird der Messias, Erlöser Israels aus Jerusalem kommen und in Jerusalem handeln. Daher konnte für viele Jesus dieser Messias nicht sein, da er aus Bethlehem und nicht aus Jerusalem kam. Und doch geschahen die wichtigen Ereignisse seines Lebens in Jerusalems, in dieser Zionsstadt, in diesem zentralen Ort des Handelns Gottes.

Für uns Christen ist an die Stelle des Ortes Jerusalem bzw. Zion die Person Jesus Christus getreten. Damit hat auch eine Entgrenzung stattgefunden. Was in so manchen Stellen im Alten Testament schon anklang, dass Gottes Handeln die gesamte Welt umspannt, wird nun offenkundig: Gott Heil gilt von Osten bis zum Westen, vom Norden bis zum Süden.

Alle Welt soll getröstet werden und die frohe Botschaft hören.

Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan

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