Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 05. August 2020

Da war ein Mann mit Namen Zachäus, der war ein Oberer der Zöllner und war reich. Und er begehrte, Jesus zu sehen.

Lukas 19,2-3

Wo finden wir die Zachäus-Menschen in unseren Gemeinden und an unseren Orten?

Der Textausschnitt stammt von Pfr. Hans-Hermann Pompe, Generalsekretär der Arbeitsgemeinschaft Missionarischer Dienste in Deutschland:

„Indifferente Menschen, die weder bewusst gläubig noch bewusst atheistisch sind, bilden heute die Mehrheit der Gesellschaft–West wie Ost: es sind die ca 70% zwischen den wenigen Hochengagierten Kirchenmitgliedern und den wenigen aggressiven Atheisten. Viele Indifferente sind noch in der Kirche, leben aber fröhlich in Distanz, manche sind bereits fest zum Kirchenaustritt entschlossen, haben es nur noch nicht vollzogen. Andere sind ausgetreten, definieren sich aber als glaubend oder einfach als „normal“. Einige waren noch nie mit Kontakt mit der Kirche, spüren aber eine Sehnsucht nach mehr im Leben und ahnen, dass etwas wie Gott vielleicht möglich wäre. Die meisten von ihnen denken: ich bin nicht dagegen, aber Glaube, Bibel, Gemeinde, Gottesdienstbetrifft mich überhaupt nicht. Für sie gilt: Sie erkennen weder die Relevanz des Glaubens für ihr Leben, noch gibt es eine Berührung, eine Resonanz zwischenihrem Leben und unseren Gemeinden.

Tomas Halik: „Der Weg hin zu den heutigen Zachäus-Menschen –sie stehen am Rande oder befinden sich hinter den sichtbaren Grenzen der Kirchen, in einer Zone von Fragen und Zweifeln, in jener seltsamen Landschaft zwischen den zwei abgeschotteten Lagern derer, die sich ‚im Klaren’ sind (nämlich selbstsichere Gläubige und selbstsichere Atheisten) –half mir, den Glauben zu verstehen sowie Jenen zu begreifen, auf den sich der Glaube bezieht, und zwar neu, aus einem anderen Blickwinkel.“2Halik meint: Sie können uns viel geben –wir verstehen Gott besser, der in Jesus eine tiefe Sympathie für die Zweifler hat. Wir lernen Gottesliebevollen Blick auf Gescheiterte, Jesu Suche nach Distanzierten. Ihr Zweifeln, ihre Fragen sind ihr Geschenk, um unseren Glauben standfester zu machen. Das ist soz. Ein Bonustrack, eine unerwartete Zugabe unseres Themas.“

Wo finden wir die Zachäus-Menschen in unseren Gemeinden und an unseren Orten?

Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan

Archiv – Gedanken zur Tageslosung