Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 12. August 2020

Lass deine Augen offen sein für das Flehen deines Knechts und deines Volkes Israel, dass du sie hörst, sooft sie dich anrufen.

1.Könige 8,52

Ich bin dir nicht egal, Gott.

Die Formulierung mit „Knecht“ klingt antiquiert. Doch die Sorge ist weiterhin aktuell. Könnte mich Gott nicht sehen oder gar vergessen haben? In notvollen Zeiten kommt diese Frage auf. Nun könnte man sagen, dass dies nur für jene gilt, die an (einen) Gott glauben. Für alle anderen stellt sich die Frage erst gar nicht. Das mag mit Blick auf Gott stimmen. Doch auch hier stellen sich solche Fragen in abgewandelter Weise: Wurde ich von der Gesellschaft vergessen, von meinem Glück verlassen, bin ich es überhaupt wert?

Gott, nimm mich wahr, ist die deutliche Bitte hier. Sieh, wie es mir geht. Nichts ist schlimmer, wenn ich nicht wahrgenommen werde, wenn ich Gott und anderen gleichgültig bin, übersehen werde. Das ist schlimmer als Hass oder Feindschaft. Bei Letzterem bin ich es wenigstens wert, dass man gegen mich ist. Doch wenn es egal ist, ob es mich gibt oder nicht, kann es schier nicht schlimmer kommen.

Gott, lass mich Dir nicht egal sein. Achte auf mich. Höre auf mich besonders dann, wenn es mir schlecht geht.

Gott, an Dich wende ich mich in meiner Sorge und Last.

Ich bin dir nicht egal, Gott. Denn ich darf ich Vater im Himmel nennen. Wie eine Mutter umsorgst Du mich. Dafür danke ich Dir!

Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan

Archiv – Gedanken zur Tageslosung