Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 11. August 2020

Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch!
Philipper 4,4

Unter Studenten erzählt man sich gern folgende Prüfungsgeschichte, in der der Prüfling den Philipperbrief zusammenfassen soll und antwortet: „Freuet euch!“ Und als der Prüfer nachhakt, was es sonst noch zu sagen gebe, der Prüfling meint: „Abermals sage ich: freuet euch.“ Ob er oder sie die Prüfung bestanden hat, wird nicht überliefert.

Doch wie auch immer diese Prüfung ausgegangen ist, wäre zentrales gesagt. Denn immerhin zählt Martin Luther die Philipperstelle zu den Kernstellen der Bibel. Hier begegnen wir dem Evangelium in nuce, in seinem Kern. Es ist gute Nachricht, Freudenbotschaft. Mit der Freude sind wir demnach im Zentrum göttlicher Botschaft und seines Handelns.

Und wir könnten mit Ringelnatz ausrufen:
Freude soll nimmer schweigen
Freude soll sich offen zeigen.
Freude soll lachen, glänzen und singen.
Freude soll danken ein Leben lang.
Freude soll dir die Seele durchschauern.
Freude soll weiterschwingen.
Freude soll dauern
Ein Leben lang.

Dabei ist entscheidend, dass ich die Freude nicht in mir selbst suche. Der Grund der Freude liegt außerhalb von mir bei Christus.

So komme ich zum Schluss und zitiere eine Lebensweisheit von Catharina Elisabeth Goethe (1731-1808), der Mutter von Johann Wolfgang Goethe:

„Ich freue mich des Lebens, ich suche keinen Dornen, hasche die kleineren Freuden. Sind die Türen niedrig, so bücke ich mich. Kann ich den Stein aus dem Weg räumen, so tue ich es. Ist er zu schwer, so gehe ich um ihn herum. Und so finde ich alle Tage etwas, das mich freut. Und der Schlussstein, der Glaube an Gott, der mach mein Herz froh und mein Angesicht fröhlich.“

Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan

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