Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 01. August 2020

Es ist hier kein Unterschied zwischen Juden und Griechen; es ist über alle derselbe Herr, reich für alle, die ihn anrufen.

Römer 10,12

Gemeinschaft wird über menschliche Grenzen möglich.

Unterschiede zwischen Menschen gibt es wahrlich viele. Da gibt es unterschiedliche Sprachen, Kulturen, Hautfarben, Körpergrößen, Geschlechter und vieles mehr. Nun gibt es viele Merkmale, an denen wir Unterschiede festmachen können.

Mit Juden und Griechen ist die damalige Zweiteilung der Welt aus Sicht des Volkes Israel bestimmt. Es gibt nun mal Juden und Nicht-Juden. Man kann mit anderem Blickwinkel ergänzen: Römer und Barbaren, Europäer und Wilde. Solche Dualismen begegnen uns aus der Geschichte, begegnen uns in der Gegenwart.

Manche Unterscheidungen haben durchaus ihre guten Gründe. Andere sind einfach nur rassistisch. Ob die Unterschiede nun begründet sind oder nicht, sie verlieren ihre Wertigkeit vor Gott. Sie werden damit nicht einfach außer Kraft gesetzt. Ihnen wird jedoch keine Wertigkeit zugesprochen.

Denn Gott, der es regnen lässt über Gerechte und Ungerechte, der alle Menschen gleichermaßen geschaffen hat, ist auch für alle gleichermaßen Herr und ansprechbar.

Gerade da, wo wir in Gemeinden erleben, wie Gott Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenbringt, entsteht ein polyphones Gotteslob, das ein Echo auf das vielfältige Handeln Gottes ist. Wir erleben es, dass die Unterschiede angesichts des einenden Glaubens und des einen Gottes verblassen, die ansonsten oder oftmals übergroße Bedeutung und Wertigkeit verlieren.

Gemeinschaft wird über menschliche Grenzen möglich.

Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan

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