Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 4. Juli 2020

Auf alle Gottesverheißungen ist in Jesus Christus das Ja; darum sprechen wir auch durch ihn das Amen, Gott zur Ehre.
2.Korinther 1,20

Gott seine Menschenfreundlichkeit in Jesus Christus gezeigt!

Nach Martin Luther gehört zu einer guten Theologie die Meditatio, die Oratio und die Tentatio, die Besinnung der Bibel, das Gebet und die Anfechtung. Gerade die Anfechtung war für ihn ein bedeutender Faktor auf dem Weg zur Reformation. Gott erschien ihm ungewiss und verborgen. Und Luther, der eigentlich Luder hieß, litt unter diesem Gott. Er wusste nicht, woran er mit Gott ist. Gott verbarg sich vor ihm oder zeigte sich als gnadenloser Richter.

Doch aus dem Martin Luder (Martin der Verwahrloste) wurde der Martin eLeUTHERius (Martin der Befreite). In Christus fand er den Heiland und Erlöser, den Befreier. Und so schrieb Luther davon, dass uns Gott auch verborgen und unverständlich erscheinen kann in seinem Handeln. Wir verstehen ihn nicht. Wir erschrecken gar vor seinem Handeln. Oder fragen uns in unserer Not, wo denn Gott sein. In solchen Lebenssituationen, so schrieb Luther, flieht er stets vom verborgenen Gott zum offenbarten Gott, zu Jesus Christus.

Denn in Jesus Christus hat Gott seine Menschenfreundlichkeit gezeigt. Hier laufen alle Fäden zusammen. In Jesus Christus mag Gott nicht zu allen unseren Gedanken und Handlungen Ja sagen, aber er sagt Ja zu uns als aus seiner Sicht liebenswerte Menschen.

Darum bekennen wir auch diesen einen Weg zu Gott, welcher in und durch Jesus Christus ist. Durch ihn dürfen wir Gott erkennen und ihm vertrauen.

Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan