Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 29. Juli 2020

Ich bin nackt von meiner Mutter Leibe gekommen, nackt werde ich wieder dahinfahren.

Hiob 1,21

Gott schenkt uns neue Kleider!

Was bleibt, wenn einem alles verloren geht, wenn nichts mehr ist, wie alles war? Was geschieht, wenn man aller Möglichkeiten beraubt ist, wenn nichts mehr zu ändern ist? Was ist, wenn man kurzum am Ende ist?

Nackt ist man. Schutzlos und gleichzeitig hilfsbedürftig, auf andere angewiesen.

So kommen Anfang und Ende, Geburt und Tod unseres Lebens zusammen. Es verbinden sich Erst- und Letzterfahrung des Lebens.

Damit verbinden sich aber auch jene Erfahrungen, dass andere uns gekleidet haben, sich um uns gesorgt haben. Sie haben unsere Blöße nicht ausgenutzt, sondern liebevoll umsorgt, uns zum Anziehen geben, uns angezogen, für das Leben bereitet.

Zur nüchternen Erkenntnis der Nacktheit dürfen sich hoffentlich Vertrauen und Glaube zu Gott gesellen, dass Gott selbst uns kleidet, wie er es schon bei Adam und Eva machte. Gott befähigte beide, mit den rauen Wirklichkeiten des Lebens umzugehen.

Und auch am Ende unseres Lebens werden wir wieder gekleidet, angezogen für den letzten Weg, auch wenn wir nackt sind. Dann möge uns Gott Kleider geben, die niemals vergehen.

Das alles geschieht nicht aus uns heraus. Gott schenkt es uns!

Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan

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