Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 23. Juli 2020

Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur.

Markus 16,15

Gott will seiner gesamten Schöpfung Leben und Zukunft geben.

Der Zeitpunkt dieser Aufforderung ist bezeichnend. Nachdem Jesus den Tod überwunden hat, schickt er seine Jünger in alle Welt, um „aller Kreatur“ die frohe Botschaft von der Menschenfreundlichkeit Gottes zu sagen.

Nach der Entgrenzung des Todes durch Jesu Auferstehung gibt es für diese gute Nachricht keine Grenzen mehr. Sie soll bis an das Ende der Welt getragen werden. Alle sollen es hören und glauben, dass Gott zu den Menschen gekommen ist und dem letzten Feind des Lebens, dem Tod, die Macht endgültig genommen hat.

Bis auf den heutigen Tag haben sich Christenmenschen auf den Weg gemacht und diese Kunde in die entlegensten Ecken dieser Welt getragen. Getragen hat sie der Glaube, das Gottes Handeln den ganzen Erdkreis umspannt. Gott im wahrsten Sinne des Wortes ein ökumenischer Gott ist (griech. Oikumene, die ganze bewohnte Welt). Getragen wurden sie auch von der Hoffnung, dass die Hörer des Evangeliums diesem Glauben schenken. So entstanden christliche Gemeinden in allen Ländern der Erde.

In Ost-Timor sind 99,6% der Bevölkerung Christen. In Namibia sind es 97,6%. In Deutschland sind es knapp 60%.

Damit zeigt sich, dass die Christenheit vielfarbig, vielsprachig und multikulturell ist. In allen Volksgruppen und in allen Sprachen kommen christliche Gemeinden zum Gottesdienst zusammen, beten das Vaterunser und loben Gott.

Sein Ursprung hat diese Geschichte in Leben, Kreuz und Auferstehung Jesu Christi. Dabei ist die Geschichte noch nicht zu Ende. Auch in unseren Kontexten und Nachbarschaften soll das Evangelium verkündet werden in der Hoffnung, dass Menschen an Gott glauben und sich zur Gemeinde Jesu Christi zählen.

Dabei ist dies nicht nur auf die Menschen begrenzt. Es geht um die ganze Kreatur. Auch sie soll aus den Zwängen der Zerstörung befreit werden. Denn Gott will seiner gesamten Schöpfung Leben und Zukunft geben.

Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan

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