Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 22. Juli 2020

Gott tut große Dinge, die nicht zu erforschen, und Wunder, die nicht zu zählen sind.Hiob 9,10

Gottes Handeln ist wunderbar und wundersam!

Ein Gott, den wir berechnen oder verstehen können, hat aufgehört, Gott zu sein. So übersteigt sein Handeln stets auch unsere Möglichkeiten des Messens und Zählens.

Es wäre gewiss falsch zu folgern, dass alles Handeln Gottes unser menschliches Verstehen übersteigt. Ebenso falsch und irrig wäre es, dass Gottes Handeln erst da beginnt, wo unser Verständnis an seine Grenzen kommt. Auch ein Wunder wird nicht erst dann ein Wunder, wenn wir es nicht nachvollziehen oder erklären können. Gottes Handeln umfasst alle Bereiche unseres Verstehens und Nicht-Verstehens.

So kann uns Gott stets neu mit seinem Handeln überraschen und zum Staunen bringen. In diesem Sinne ist sein Tun dann wunderbar und wundersam zugleich.

Und so kann mich diese glaubende und vertrauende Aussage, dass Gott große Dinge tut, in einen besonderen Raum von Möglichkeiten stellen, der mir zuvor gar nicht bewusst oder bekannt war.

Der Glaube, dass Gott ein Gott ist, der große Dinge auch jenseits meines Verstehens tun kann, entgrenzt meine Begrenzungen. Dies geschieht allerdings nicht so, dass ich selbst enthemmt bar jeglicher Wahrnehmung meiner eigenen Grenzen nun handle. Vielmehr will ich auch in hoffnungslosen Situationen oder Fällen darauf vertrauen, dass auch hier Gottes Möglichkeiten noch nicht ausgeschöpft sind.

Mit einem solchen Glauben will ich dann angesichts meiner kleinen Möglichkeiten an die Arbeit gehen und das Meine tun. Und wenn Gott mit, durch oder gar gegen dieses Kleine Großes tut, will ich mich darüber freuen und regelrecht ins Staunen kommen.

Denn der Losung von heute entnehme ich keine nüchterne Bestandsaufnahme, sondern ein Staunen über Gottes Handeln, das all mein Wollen und Verstehen übersteigt. Gott sei Dank!

Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan

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