Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 17. Juli 2020

Der HERR, euer Gott, ist der Gott der Götter und der Herr der Herren, der große, starke und furchtbare Gott, der kein Ansehen der Person kennt und keine Bestechung annimmt.
5.Mose 10,17

Wir glauben an einen Gott, der sich durchsetzen kann.

Es gibt immer wieder die Diskussion, ob der Hinweis auf Gott in der Präambel des Grundgesetzes in einem weltanschaulich neutralen Staat noch zeitgemäß ist. Was machen wir mit den mehr werdenden Menschen, die sich bewusst als religiös unmusikalisch bezeichnen oder einfach an keinen Gott glauben? Ist es nicht auch ihr Grundgesetz?
Nun wird wohl niemand ernsthaft bestreiten, dass die Mütter und Väter unseres Grundgesetzes aus dem jüdisch-christlichen Traditionsgut schöpften und daher den einen Gott meinten, von dem auch die heutige Losung spricht. Doch auch unabhängig von diesem Traditionsstrom ist es nicht unbedeutend, von einer über dem Menschen stehenden Macht, die wir Gott nennen, auszugehen, der wir uns verpflichtet wissen.
Für Christenmenschen heißt dies, dass wir an einen Gott glauben, der über allen weltlichen oder anders weltlichen Mächten und Mächtigen steht. Das ist ein großer, starker und furchtbarer – kein fürchterlicher – Gott.
Wir glauben an einen Gott, der sich durchsetzen kann.
Vor ihm müssen sich alle unabhängig ihrer eigenen Macht und ihres eigenen Einflusses gleichermaßen verantworten. Vor Gott spielt das Ansehen und Aussehen der Person keine Rolle. In diesem Sinne ist Gott gerecht in jeglicher Hinsicht und gegenüber jedermann – ob reich oder arm, gebildet oder weniger, Christ oder Muslim, Atheist oder religiös unmusikalisch, ob vom Norden oder Süden, Osten oder Westen.

Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan

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