Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 14. Juli 2020

Man wird wieder hören den Jubel der Freude und Wonne, die Stimme des Bräutigams und der Braut und die Stimme derer, die da sagen: »Danket dem HERRN Zebaoth; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.
Jeremia 33,11

„Die Jahrgänge zwischen 1946 und 1964 werden gern mit dem Begriff der Babyboomer zusammengefasst. Das sind die Geburten starken Jahrgänge. Mit knapp 1,4 Millionen Geburten ist mein Geburtsjahrgang 1964 der stärkste unter ihnen. Seit vielen Jahren liegt die Rate bei etwa der Hälfte. Gründe für die Babyboomergeneration sind schnell ausgemacht: das Ende des 2.Weltkriegs und das Wirtschaftswachstum. Man glaubte wieder an die Zukunft. Mit größtmöglicher Zuversicht schritt man trotz Kaltem Krieg voran.
Mit einem Babyboomerbild wartet der Prophet Jeremia in schwierigen Zeiten auf. Die Zukunft ist für das Volk eher zerschlagen. Klagelieder passen zur Stimmung unter den Menschen. Niemand kann sagen, wie und ob es überhaupt weitergehen kann und wird. Zuversicht und Hoffnung sind Mangelware. Zerstörung und Leid beherrschen den Alltag.
In diese Situation hinein spricht das Bild von einer neuen Zukunft, in der Jubelgesang die Klagelieder ablösen, in der wieder gefreit und gefeiert wird, in der neues Leben den Tod ablöst, wo aus dem Klagen ins Danken übergegangen wird.
Noch ist es nicht soweit. Noch herrschen Trauer und Tränen. Und doch haben diese nicht das letzte Wort.
Die Tunnelerfahrungen in unserem Leben werden wir nicht einfach ausblenden können oder ungeschehen machen. Diese gibt es – immer wieder neu. Die eigene Lebens- und Weltengeschichte ist ein Auf und Ab. Und gerade in Krisenzeiten brauchen wir diese Hoffnungs- und Sehnsuchtsbilder, damit die müden Hände und die wankenden Knie wieder gestärkt werden.
Damit werden die Krisen- und Tunnelerfahrungen nicht ignoriert. Vielmehr werden sie mit neuer Hoffnung und Zuversicht gefüllt.
Das schenke uns Gott!
Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan

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