Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 12. Juli 2020

Aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es.

Epheser 2,8

Gnade, Glaube, Gottesgabe.

Wenn man mich nach einem einzigen Vers aus der Bibel fragen würde, in dem das ganze Evangelium zusammengefasst ist, wäre dieser Vers gewiss unter den ersten Zehn wenn nicht sogar an erster Stelle. Da steckt alles drin. Ich könnte gar versucht sein zu sagen, dass damit schon alles gesagt ist.

Gnade: Das heißt doch, dass ich mir das nicht verdienen muss. Weder mein Können oder Nicht-können entscheiden darüber. Bin ich nun ein vermeintlich guter oder gar böser Mensch tut hier nichts zur Sache. Gnade wird mit zugesprochen. Sie ist gratis (von gracia, auf dt. Gnade). Keine Gegenleistung wird verlangt.

Rettung: Manchmal bin ich wahrlich nicht zu retten oder Bedarf umso mehr einer Rettung, die ich mir nicht selbst erbringen kann. Ich weiß nur zu gut, dass ich ohne das rettende Handeln anderer verloren wäre. Das gilt besonders mit Blick auf Gott.

Glaube: Manch einer meint, dass Glaube nun eine eigene menschliche Leistung sei. Sagen wir nicht „Ich glaube“? Und doch ist christlicher Glaube in Kurzform zusammengefasst, das schwache menschliche Vertrauen, dass es eben nicht die eigene Leistung, sondern Gottes Leistung ist.

Gottes Gabe: Darum kommt die Rettung und damit die Zukunft für das eigene Leben und diese Welt nicht aus uns selbst heraus. Es ist und bleibt Gottes Gabe. Damit legen wir nun nicht untätig und fatalistisch die Hände in den Schoß.

Vielmehr nehmen wir unser Leben als ein Geschenk Gottes an und gehen mutig ans Werk. Gewiss verdienen wir unser Leben nicht mit diesem Werk, aber wir haben die Kraft und den Mut es zu tun.

So kann das Evangelium mit den drei Gs zusammengefasst werden:

Gnade, Glaube, Gottesgabe.

Was will man mehr?

Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan

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