Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 1. Juli 2020

Meinst du, dass sich jemand so heimlich verbergen könne, dass ich ihn nicht sehe?, spricht der HERR. Bin ich es nicht, der Himmel und Erde erfüllt?, spricht der HERR.Jeremia 23,24

Gott kennt und liebt uns (trotz allem).

Verstecken vor Gott, geht nicht. Das klingt zunächst bedrohlich, habe ich doch gelernt, dass es drei Lebensbereiche gibt: den öffentlichen, den privaten und den geheimen. Dass es die Unterscheidung zwischen öffentlich und privat gibt, hatte ich gewusst. Dass allerdings noch eine weitere Unterscheidung wichtig ist, war mir neu. Sie leuchtet mir allerdings ein. Denn jeder hat so seine Geheimnisse und das ist grundsätzlich in Ordnung und schon gar nicht an sich schlecht.

Für Gott fällt diese Dreiteilung allerdings nicht so leicht. Denn Gott durchschaut auch meine geheimen Ecken und die so genannte „schwarze Seele“. Wobei betont sei, dass geheime Ecken und schwarze Seele nicht identisch sind.

Wie dem auch sei, bezieht sich die Tageslosung auf die schwarze Seele und auf den Versuch, vor Gott böses Denken und Handeln verbergen zu wollen. Ich will es mal „Maultaschentaktik“ nennen. Denn schwäbisch heißen die Maultauschen auch „Herrgottsbescheißerle“. Dass andere Gegenden Deutschlands ähnlich gestrickt sind, zeigt schon die nordfriesische Kaffeespezialität „Pharisäer“.

Doch die Taktik des Verbergens hat schon bei Adam und Eva im Paradies nicht funktioniert. Sie funktioniert bis auf den heutigen Tag nicht. Und dies zeigt unsere Verantwortung vor Gott auf. Wir sollen so leben und handeln, dass wir dies vor Gott verantworten können.

Dabei bin ich froh, dass der beigestellte Vers aus dem Neuen Testament die frohe Botschaft einträgt. Denn der auch unsere schlimmsten Gedanken und Taten kennt, ist der, der uns wahrnimmt und wertschätzt. Nichts anderes ist mit dem Wörtchen von Gott „erkannt“ gemeint.

Gott kennt und liebt uns (trotz allem).

„Wenn jemand Gott liebt, der ist von ihm erkannt.“ (1.Korinther 8,3)

Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan