Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 7. Juni 2020

Der HERR kommt, das Erdreich zu richten. Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die Völker, wie es recht ist.
Psalm 98,9

Alle unterstehen der Gerichtsbarkeit Gottes.

Zu schnell verbinden wir den Richter mit der Strafe. Doch die eigentliche Aufgabe des Richters ist eben nicht die Strafe, sondern die Wiederherstellung der gestörten Gemeinschaft. Es geht um herrichten, zurichten, ausrichten – badisch gesprochen um das hinrichten.

Dieser Aufgabe stellt sich Gott für seine gesamte Schöpfung. Niemand ist ausgeschlossen, kein Land und kein Volk. Ob jemand mächtig ist oder nicht, spielt hier keine Rolle. Alle unterstehen der Gerichtsbarkeit Gottes.

Das hat zu allen Zeiten Despoten und Tyrannen gestört, wenn schwache Christenmenschen ihnen sagten, dass sie nicht über Gott stehen, sie vielmehr in der Verantwortung vor Gott stehen.

Und noch etwas geschieht, wenn Gott Richter über alle ist. Dann mache ich mich selbst nicht zum Richter über andere. Denn wären die anderen noch so schlimm oder gar böse, mit ihnen stehe ich vor Gott als dem Richter.

Doch auch das will ich benennen, dass wir alle uns vor Gott für unsere Taten verantworten müssen. Diese letzte Verantwortung legt ein wichtiges Gewicht auf unser Handeln. Denn es ist einfach nicht egal, was wir tun oder lassen.

Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan