Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 6. Juni 2020

Wie groß sind Gottes Zeichen und wie mächtig seine Wunder! Sein Reich ist ein ewiges Reich, und seine Herrschaft währet für und für.
Daniel 3,33

Das lässt mich staunen. Das befreit!

Die Geschichte von Schadrach, Meschach und Abed-Nego lässt sich wahrlich gut erzählen. Sie hielten an ihrem Glauben zu Gott auch dann noch fest, als dies mit dem Tod bestraft wurde. Und selbst der Feuerofen konnte ihnen nichts anhaben, sodass am Ende selbst der große und schreckliche König Nebukadnezar die Existenz Gottes bestätigen musste und dieses Gotteslob formulierte.

Diese Geschichte hat viele geprägt, wenn es darum ging, sich auch in schwierigen und feindlichen Kontexten zu Gott zu halten und den eigenen Glauben nicht zu verleugnen. Sie wussten um einen Gott, dessen Reich allein ewig ist. Damit verbunden war der Glaube, dass alle irdischen Reiche und Mächte vergänglich sind und damit auch keine letztgültige Macht über den Glauben haben. Dies hatte allein Gott selbst. Denn Gott ist und bleibt größer!

Die Worte nehmen mich aus meiner eigenen Begrenztheit heraus. Sie stellen meine Füße auf weiten Raum. Ich muss nicht mehr auf mich oder andere schauen. Ich darf Gott in seinem Handeln und Wirken sehen. Das lässt mich staunen. Das befreit!

Und doch spüre ich auch das andere. Die Worte werden mir zu groß. Ich hätte sie vorsichtiger und zurückhaltender formuliert. Ich kann sie kaum fassen. Ich weiß nicht einmal, ob ich diese großen Worte mit meinem kleinen Herzen unterstreichen kann.

So will ich beides in den Tag mitnehmen: mein eigenes Zögern und das Staunen über Gottes Handeln! Beides gehört bei aller Spannung zu mir.

Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan