Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 4. Juni 2020

So steht nun fest, umgürtet an euren Lenden mit Wahrheit und angetan mit dem Panzer der Gerechtigkeit und beschuht an den Füßen, bereit für das Evangelium des Friedens.
Epheser 6,14-15

Es geht um den Einsatz für Leben und Gemeinschaft

Um mir die geistliche Waffenrüstung im Epheserbrief richtig vorstellen zu können, sollte ich einen römischen Soldaten vor Augen haben. Das Internet gibt dazu reichlich Möglichkeiten. Denn ein solcher Soldat stand den Christen in Ephesus vor Augen.

Bei aller Aufnahme eines martialischen Bildes ist die Auslegung der einzelnen Ausrüstungsgegenstände von Bedeutung. Es geht um Wahrheit als einem Beziehungsbegriff. Wahrheit schafft Gemeinschaft, zeigt sich in Treue und Beständigkeit. Wer wahr oder wahrhaftig handelt, handelt verlässlich.

Dies gilt ebenso für die Gerechtigkeit. Sie ist im biblischen Kontext nicht abstrakt oder objektiv über allem stehend. Gerechtigkeit zeigt sich da, wo Leben ermöglicht wird und Gemeinschaft entsteht. Gerechtigkeit ist mehr Zuschreibung und weniger moralisches Urteil.

An den Füßen sind Laufschuhe zu entdecken. Ursprünglich waren es Sandalen, die auch für lange Märsche ausgelegt waren. Sie setzen in Bewegung. Die Botschaft vom Frieden durch Gott will benannt und verbreitet werden.

Es geht bei dieser Ausrüstung nicht um Krieg oder Zerstörung. Es geht vielmehr um den Einsatz für Leben und Gemeinschaft, für Gottes Botschaft des Friedens in dieser Welt. Dazu gehören dann auch eine gewisse Standhaftigkeit und der persönliche Einsatz.

Denn auch das müssen wir feststellen, dass Wahrheit, Gerechtigkeit und der Glaube an Gott stets auch bedroht sind. Da bedarf es schon der eigenen Bereitschaft, sich für sie einzusetzen.

Da uns mit dem neutestamentlichen Lehrtext nur die halbe geistliche Waffenrüstung benannt wird, ergänze ich noch die drei weiteren Bestandteile, die da wären der Schild des Glaubens, der Helm des Heils und das Schwert des Geistes.

Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan