Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 29. Juni 2020

Daniel sprach: Mein Gott hat seinen Engel gesandt, der den Löwen den Rachen zugehalten hat, sodass sie mir kein Leid antun konnten.
Daniel 6,23

Auch heute droht noch die Löwengrube!

Die Geschichte von Daniel in der Löwengrube lässt sich gewiss so zusammenfassen: Daniel hat sich zu Gott bekannt und Gott stand zu Daniel! Denn genau das war passiert. Daniel sollte andere Götter anbeten und stellte fest, dass dies mit seinem Glauben nicht vereinbar war. Er betete weiterhin zu Gott. Die Strafe folgte: Tod in der Löwengrube! Doch die Geschichte nahm einen anderen Lauf. Die Löwen hatten anderes zu tun, sodass Daniel unversehrt der Löwengrube entstieg.

Nicht aus allen Löwengruben hat Gott Menschen, die an ihn glauben und sich zu ihm bekennen, ohne Schramme befreit. Manche sind in diesen geblieben. Das hat nichts daran geändert, dass sich Christenmenschen Daniel zum Vorbild nahmen, angesichts eigener Löwengruben an Gott festhalten zu wollen.

Damit verbunden war stets die Hoffnung, dass es einem selbst wie Daniel geschieht. Und gewiss gibt es diese Geschichten, wie es die anderen gibt!

Angesichts so mancher brüllenden Löwen, die meinen, dass der christliche Glaube aus der Zeit geraten und nicht mehr zu glauben sei, will ich mich nochmals besinnen und schauen, was ich im Glauben habe.

Und ich will an jene weltweit denken, die von Löwengruben bedroht dennoch an ihrem Glauben festhalten und sich zu Gott bekennen, die in Gefängnissen wegen des Glaubens sitzen oder gar wegen ihres Glaubens gestorben sind.

Dabei klingt es zunächst wie ein Begriff für alte längst überholte Zeiten, wenn von Christenverfolgung die Rede ist. Doch weit gefehlt. In vielen Ländern dieser Welt sind Ausgrenzung, Diskriminierung und Verfolgung von Christen keine seltene Praxis. Von der Türkei bis nach China, von Nigeria bis Somalia lassen sich viele Beispiele benennen.

Auch heute droht noch die Löwengrube!

Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan