Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 19. Juni 2020

Der HERR spricht: Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst.
Psalm 32,8

Gott als „Pfadfinder“

Alice irrt durch den Garten der Königin und trifft die Grinsekatze:
„Würdest Du mir bitte sagen, welchen Weg ich einschlagen muss?“, fragt Alice.
„Das hängt in beträchtlichem Maße davon ab, wohin du gehen willst“, antwortete die Katze.
„Oh, das ist mir ziemlich gleichgültig“, sagte Alice.
„Dann ist es auch einerlei, welchen Weg du einschlägst“, meinte die Katze.
„Hauptsache, ich komme irgendwohin“, ergänzte Alice.
„Das wirst du sicher, wenn du lange genug gehst“, sagte die Katze.
Auszug aus dem Kinderbuch „Alice im Wunderland“ von Lewis Carroll.
Wenn das Ziel egal ist, ist es einerlei, welchen Weg wir gehen. Doch wir wissen nur zu gut, dass nicht jeder Weg ein guter und ein hilfreicher ist. Manche Wege führen zu Enden oder Zielen, die eher schaden als nutzen. Manche Wege sind Irrwege oder Sackgassen.
Außerdem ist nicht der Weg das Ziel, sondern das Ziel macht den Weg erst möglich. Es ist von daher gar nicht so unbedeutend, dass ich mir erst darüber Gedanken mache, wohin ich eigentlich will. Wer irgendwohin will, kommt meistens dahin, wo er eigentlich nicht hin will. Oder er verirrt sich.
Da tut es gut, dass sich Gott als „Pfadfinder“ zeigt. Er zeigt den Weg, den ich gehen kann und soll. In der Geschichte des Volkes Israel hat Gott gezeigt, wie er selbst Irr- und Abwege mitgeht, damit sein Volk wieder auf den Weg des Lebens findet.
Da will ich nur hoffen, dass es in meinem Leben Gott ebenso tut.

Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan