Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 12. Juni 2020

Du, HERR, du kennst mich, du siehst mich und prüfst, ob mein Herz bei dir ist.
Jeremia 12,3

Da hänge ich lieber mein Herz an Gott!

Manchmal kenne ich mich selbst nicht. Doch Gott kennt mich.

Dabei kann „jemanden kennen“ unterschiedliche Bedeutungen annehmen. Bei Gott ist es kein Ansammeln von nackten Fakten und Daten, die per Algorithmus verarbeitet werden. Dass Gott mich kennt, ist ein Beziehungsgeschehen, das von Liebe getragen wird.

Und Gott sieht mich. Erneut kann dies unterschiedlich gefüllt sein. Augen der Liebe sehen anders. Gott nimmt mich wahr.

Anders sieht es aus, wenn ich übersehen oder gar missachtet werde. Das kann nachhaltig kränken. Das ist noch schlimmer, als böse angeschaut zu werden. Doch Gott nimmt mich wahr!

Vor dem letzten Teil der Losung habe ich mich lange gedrückt. Ich wusste nicht, was ich dazu schreiben soll.

Gott, der mich kennt und wahrnimmt, prüft mich auch? Das klingt wie Überprüfung. Hat Gott das nötig?

Vielleicht sollte ich ja fragen, ob ich diese Prüfung nötig habe. Denn an alles sollte ich gewiss nicht mein Herz hängen. Wenn mein Herz überall ist, ist es nirgends. Und nicht überall ist mein Herz gut aufgehoben. Herzen können auch brechen oder kaputt gehen.

Da hänge ich lieber mein Herz an Gott!

Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan