Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten -10. Juni 2020

Jesus nahm die fünf Brote und zwei Fische und sah auf zum Himmel, dankte und brach die Brote und gab sie den Jüngern, dass sie sie ihnen austeilten, und die zwei Fische teilte er unter sie alle. Und sie aßen alle und wurden satt.
Markus 6,41-42

Und sie wurden alle satt!

Jesus nimmt, was seine Jünger ihm bringen. Das ist angesichts von vielen tausend Menschen nicht viel. Doch er nimmt es, hofft auf Gottes Handeln, dankt Gott und lässt das Wenige, was sie haben, austeilen. Und am Ende heißt es: Sie wurden alle satt! Und ich staune!

Da nimmt Jesus, was ihm gebracht wird. Er weist es nicht als unzureichend ab. Vielmehr werden in seinen Händen die begrenzten menschlichen Möglichkeiten auf wundersame Weise entgrenzt. Menschen bringen ihre kleinen Gaben zu Gott, der Großes daraus macht.

Das lässt mich staunen. Es macht mich selbst bereit, Gott meine kleinen Möglichkeiten und begrenzten Gaben zu bringen, sie eben nicht wie die anvertrauten Pfunde – und seien sie noch so gering – zu vergraben.

Vielmehr will ich das, was Gott mir anvertraut hat, ihm zur Verfügung stellen und hoffen, dass Gott selbst damit was macht. Und wenn ich dann dazu beitragen kann, dass andere an Leib und Seele satt werden, will ich erneut darüber staunen, wie Gott aus geringen Dingen viel machen kann.

Das wäre doch eine wundersame Sicht auf Gemeinde. Denn alle haben Hunger und Durst. Keiner macht eine Ausnahme. Und alle tragen dazu bei. Am Ende sind sie alle satt!
Wäre es denn vermessen, wenn ich diese Sicht nicht nur auf die Gemeinde beziehe, sondern auch auf unsere Nachbarschaften und diese Welt? Sollen am Ende nicht alle satt werden?

„Komm! Und wen dürstet, der komme; wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst.“ (Off 22,17)

Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan