Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 1. Juni 2020

Fürchtet euch nicht und erschreckt nicht! Habe ich’s dich nicht schon lange hören lassen und es dir verkündigt? Ihr seid doch meine Zeugen!

Jesaja 44,8

„Fürchtet euch nicht!“

Das „Fürchtet euch nicht!“ kann ich nicht oft genug hören. Denn ich vergesse es allzu schnell. Dabei kann ich es mir nicht selbst sagen. Ein Zuspruch ist nun mal, was er ist, ein Spruch, der mir zugesprochen wird.

Ich lebe davon, dass mir Gutes zugesprochen wird – von anderen Menschen und vor allem von Gott. Dabei hört Gott damit nicht auf. Immer wieder neu setzt er an und wiederholt sich mir zugute. Gott selbst wird in diesen Dingen nicht müde, denn ich lebe ja, indem mich Gott anspricht, mir Gutes zuspricht.

Dabei frage ich mich, was der Hinweis auf die Zeugen soll. Er wird zur Begründung für die Zusage Gottes. Weil ich Gottes Zeuge bin, gilt mir der Zuspruch Gottes.

Zeuge bin ich von dem, was Gott getan hat. Und Zeugen sprechen aus, was sie gesehen und gehört haben. Sie haben dies nicht selbst getan. Gottes Zeugen reden von dem, was Gott getan hat – in der Geschichte, in der Welt, in ihrem Leben.

Dazu zählt dann auch das „Fürchtet euch nicht!“ Von dem darf ich reden und das darf ich weitersagen.

In alle Bedrohungen des Lebens hinein darf ich Gottes „Fürchtet euch nicht!“ hören und andere darauf verweisen. Das ist gut so!

Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan