Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 9. Mai 2020

Der HERR, dein Gott, hat dich gesegnet in allen Werken deiner Hände.
5.Mose 2,7

Herr, lass mich tun, was Du segnen kannst!

Ich glaube nicht, dass ich das mal im Rückblick so allumfänglich von meinen Werken sagen kann. Gewiss ist so manches gelungen. Und zweifelsohne erkenne ich da die Segensspuren Gottes in meinem Leben. Doch nicht alles war gut oder gesegnet. Muss ich nicht auch gestehen, dass so manches, was ich tat, gar nicht des Segens Gottes wert war? Zeigt sich nicht auch hier die Ambivalenz meines Lebens und meines Handelns?

Nicht alles war gut und richtig, nicht Ziel führend oder des Erfolges wert. Manches war mit viel Mühe aber ohne Erfolg behaftet. Manche Wege im Leben erschienen währenddessen und selbst im Rückblick als Irrwege, Holzwege und Sackgassen. Von daher bin ich vorsichtig, von allen Werken zu sprechen.

Gern bitte ich Gott, dass er segnet, was ich tue. Denn ich weiß, dass bei allem eigenen Können und eigenem Fleiß es nicht reicht. Allgemein heißt es dann, dass immer auch eine Portion Glück dazukommen muss. Konkreter formuliert gehört der Segen Gottes dazu, also jenes Handeln Gottes, das Leben schafft und Leben erhält. Ich bitte also um Gottes Segen für mein Werk.

Doch müsste ich diesem Gebet nicht noch ein anderes vorausschicken? Herr, lass mich tun, was Du segnen kannst!

Dieses erste Gebet macht das zweite Gebet um Gottes Segen nicht unnötig oder ersetzt es gar. Vielmehr macht es ernst mit der Erkenntnis, dass nicht all mein Handeln oder Sehnen aus guten Gründen von Gott gesegnet werden kann und will. Aus dem Wissen um die eigenen Spannungen und Ambivalenzen meines eigenen Planens und Trachtens heraus, brauche ich bereits in der Wahl meiner Werke ein Eingreifen und Begleiten Gottes.

Und dann kann ich mit großem Vertrauen und Zuversicht, Gott um seinen Segen bitten. In beiden Fällen bleibt es eine Bitte.
Und im Rückblick darf ich dann sagen, dass Gott die Werke meiner Hände gesegnet hat. Ich merke dabei, dass ich vor dem „alle“ zurückschrecke, es einfach weglasse. Es ist nicht das fehlende Zutrauen zu Gott. Vielmehr ist es die Vorsicht gegenüber meinem eigenen Handeln.

Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan