Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 5. Mai 2020

Gott breitet den Himmel aus und geht auf den Wogen des Meers. Er macht den Großen Wagen am Himmel und den Orion und das Siebengestirn und die Sterne des Südens.
Hiob 9,8.9

Und doch bin ich in Gottes Liebe ganz groß!

In der Nähe von Greifswald gibt es in dem kleinen Ort Weitenhagen das Haus der Stille, in dem ich regelmäßig mit Pfarrergruppen auch aus Baden war. Bei klarer Sicht, und die war nicht selten, konnte man besonders in der dunklen Zeit ungehindert bis zur Milchstraße am Himmel schauen. Ein grandioser Blick eröffnete sich. Oder einmal am Ostseestrand ereignete sich am Nordhimmel ein besonderes Spektakel, das an das Polarlicht erinnerte – nur in Schwarzweiß.

Die Bibel ist voller Bilder aus der Schöpfung. Grandios zeigt sich das Himmelszelt. Wie ein großes Tischtuch breitet Gott den Himmel aus. Gott selbst surft auf den Wellen des Meeres – ob mit Brett oder ohne kann hier ruhig offen bleiben. Die Sternbilder am Himmel sind ihm bekannt, denn er hat sie alle gemacht. Und was kann man da nicht alles entdecken. Die bedeutendsten und bekanntesten werden benannt. Den großen Wagen und den Orion erkenne selbst ich.

Große Bilder werden aufgezeigt, mit denen viele einzelne Entdeckungen zu machen sind. Und in allem bzw. durch alles ist Gott selbst zu entdecken. Nicht dass Gott selbst in diesen Dingen steckt und wir die Sterne über unser Leben befragen müssten. Vielmehr ist Gott angesichts der Sterne und Wellen zu entdecken.

Die Faszination über den Himmel und das Meer nimmt mich mit hinein in die Faszination über Gott selbst. Ich könnte es auch so sagen: Die Schöpfung lässt mich staunen und den Schöpfer loben.
Da wird der Weg vom Kern zum großen Baum keine Selbstverständlichkeit mehr, sondern ein Wunder Gottes.

Da werden die Gezeiten am Meer oder der Wechsel der Jahreszeiten zu einem Zeichen für das Handeln Gottes in dieser Welt.

Da nehmen mich der Wechsel von Tag und Nacht sowie die sieben Wochentage mit zum Handeln Gottes am Anfang der Welt und lassen mich Tun und Lassen berücksichtigen.

Da staune ich über Gottes Wirken. Gott selbst wird ganz groß und ich ganz klein.

Und doch bin ich in Gottes Liebe ganz groß!

Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan