Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 30. Mai 2020

Bileam sprach: Wenn mir Balak sein Haus voll Silber und Gold gäbe, so könnte ich doch nicht übertreten das Wort des HERRN.
4.Mose 22,18

Gottes Wort ist mehr wert als großer Reichtum.

Das mit Bileams Esel ist ja schon irgendwie bekannt geworden und ein Beleg dafür, dass Esel im Gegensatz zur allgemeinen Meinung höchst intelligente Tiere sind. In unserer Geschichte ist eine Eselin immerhin des Sprechens mächtig und sagt wegweisende Worte.

Bileam selbst kommt allerdings in der Geschichte eher schlecht weg. Er gehört zu jenen, die sich nicht festlegen und Doppelagenten gleich beide Seiten bedienen wollen, um am Ende selbst gut wegzukommen.

Dabei erscheint seine Entschiedenheit gegen Balak so eindeutig und klar: Irdischer Reichtum ist nichts gegen Gottes Wort. Und Bileams Wahl ist eindeutig – jedenfalls seinen Worten nach.
Ich erlebe mich, dass ich die Losung gern aufnehme und ihr entschieden zustimme: Gottes Wort ist mehr wert als großer Reichtum. So will ich mich auch sagen hören. Und wenn ich vor die Wahl gestellt werde, ist meine Wahl eindeutig. So stelle ich mir das Ganze vor!

Doch könnte es sein, dass von Bileams Wankelmut bei mir auch viel zu finden ist? Da will ich entschieden für die Sache Gottes eintreten und muss doch feststellen, dass ich die Annehmlichkeiten des Lebens nicht missen will.

Und wenn es mal so sein sollte, dass ich die falsche Wahl treffen sollte, hoffe ich auf „Bileams Eselin“, die sich bockig stellt und falsche Entscheidungen verunmöglicht, damit Gottes Handeln durchkommt. Dabei gestehe ich, dass nicht die Eselin bockig ist, sondern ich.

Anders formuliert, bin ich der Esel – jedenfalls umgangssprachlich.

Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan