Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 27. Mai 2020

Paulus schreibt: Ich bin darin guter Zuversicht, dass der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird’s auch vollenden bis an den Tag Christi Jesu.

Philipper 1,6

Die East Liberty Presbyterian Church in Pittsburgh ist ein imposantes Kirchengebäude,

das zwischen 1932 und 1935 aufgrund einer großzügigen Millionenspende gebaut wurde. Der großzügige Spender gab jedoch nicht nur für den Bau, sondern er gründete auch eine Stiftung für den Erhalt des Gebäudes. Denn, so zeigt die Erfahrung, es ist manchmal durchaus nicht schwer, für ein Bauprojekt die nötigen Spender zu finden. Doch verschlingt bei großen Bauten der Erhalt über Jahre und Jahrzehnte hinweg viele Gelder, für die nicht unbedingt ebenso viele Spender gefunden werden, sodass man auch bange fragen muss, ob man noch halten kann, was man begonnen hat.

Manchmal ist nicht das Anfangen das Problem, sondern das Durchhalten. Reichen die Kräfte für den Anfang noch, bleibt die Dauer eine Herausforderung. War der Start im Glauben noch gut, zeigen sich mit der Herausforderung der Zeit gewisse Abnutzungsspuren und gar Einbrüche. Zwischen Anfang und Vollendung liegen oftmals Gelingen und Scheitern, Glanzzeiten und Dürreperioden, Glaubensmut und Hoffnungslosigkeit. Nicht alles Anfangen kommt zum Ziel, ist eine leidvolle Erfahrung – wohl auch im Glauben.

Wie gut, dass Paulus guter Zuversicht ist, dass das Glaubenswerk bei den Christen in Philippi zu einem guten Ziel gebracht wird. Übertragen hoffe ich, dass Paulus auch bei mir und anderen guter Zuversicht bleibt. Denn mein Glaube ist stets angefochtener Glaube. Und die Frage bleibt, ob dieser mein Glaube wahrlich vollendet wird, wenn es an meinem Glauben hängt.

Hier fällt mir auf, dass Paulus nicht über den Glauben der Philipper an sich zuversichtlich ist, sondern über den, der das gute Werk angefangen hat. Paulus schaut auf Gott selbst. Gott selbst ist am Werk und will sein Werk zu einem guten Ende und Ziel führen.

Darauf will ich hoffen und meinen Glauben setzen, auf Gott selbst. Denn würde es an mir liegen, wüsste ich nicht, ob ich am Ende auch das Ziel erreiche – weder im Leben noch im Glauben. So setze ich meine Zuversicht auf Gott und will fröhlich in diesen Tag und in die Zukunft gehen.

Von Gott kommt mir die Kraft und der Glaube her.

Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan