Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 25. Mai 2020

HERR, frühe wollest du meine Stimme hören, frühe will ich mich zu dir wenden und aufmerken.
Psalm 5,4

So wird ein guter Grundstein für jeden neuen Tag gelegt.

Mit dem Laudes begrüßen die Mönche beim Sonnenaufgang den neuen Tag. Mit der aufgehenden Sonne denken sie an die Auferstehung Jesu Christi. Der Tag soll nicht mit dem eigenen Handeln, sondern mit dem Erinnern an Gottes Handeln beginnen. Daraus verbindet sich das Gotteslob, die Laudes.

Denn jeder Tag ist ein Tag Gottes, aus seiner Hand nehme ich ihn. Am Abend lege ich den Tag wieder in Gottes Hand.

Damit erhält jeder Tag auch eine andere Perspektive. Egal was ich erhoffe oder befürchte, dieser Tag bleibt Gottes Tag. Mit dem neuen Tag gehe ich in einen Raum, den Gott mir bietet, den Gott mit mir durchschreitet.

Dabei ist es nicht nur Lob, sondern auch mein Wünschen für diesen Tag. Auch hier hoffe ich, dass Gott mein Gebet erhört und sein Segen an diesem Tag spürbar wird.

Bevor der Tag mit all seinen Ansprüchen und Vielstimmigkeiten auf mich einstürmt, bevor ich mich selbst in die Herausforderungen des Tages gebe und ich meiner Arbeit nachkomme, soll die frühe Zeit Gott selbst gehören. Vor allem eigenen Anfangen steht Gott selbst. Mit seiner Gegenwart heiße ich den neuen Tag willkommen.

So wird ein guter Grundstein für jeden neuen Tag gelegt. Denn ich begrüße in Gottes Gegenwart den neuen Tag.

Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan