Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 15. Mai 2020

Der HERR erhörte unser Schreien und sah unser Elend, unsere Angst und Not.

5.Mose 26,7

Das will ich auch für die Zukunft mitnehmen und auf Gott hoffen.

Zunächst muss ich nüchtern feststellen, dass es so was wie Elend, Angst und Not gibt, in meinem Leben und im Leben anderer. Das besagen die eigene Erfahrung und ein Blick in die Welt. Das ist eine schmerzliche Feststellung. Denn gern hätte ich mir etwas anderes gewünscht, für mich und andere. Doch nichts anderes sagt die Losung für heute. Selbst für die Zukunft wird es nicht anders sein.

Und ich lege noch einen drauf. Das Ganze ist auch noch mit Verzweiflung verbunden. Denn Verzweiflung führt zu Schreien. Das ist kein einfaches Bitten mehr. Das bricht regelrecht aus einem heraus. Schreien ist Verzweiflung in Aktion. Schlimmer ist es, wenn aus Verzweiflung Resignation wird. Dann ist jede Hoffnung auf Hilfe verloren.

Vielleicht denkt jetzt jemand, dass ich viel zu pessimistisch einsteige, handelt es sich doch um eine positive Aussage. Das will ich gar nicht bestreiten. Doch bevor ich an der positiven Feststellung hängen bleibe und schon nicht mehr wahrnehme, dass der Satz weitergeht, thematisiere ich die Situation, in der Gott erhörte. Und ich ergänze: Wer in Verzweiflung schreit, hat noch Hoffnung!

Und diese Hoffnung war mit Blick auf die Vergangenheit nicht umsonst, denn Gott hat erhört. Dabei ist die Ergänzung „er-„ so entscheidend wichtig. Gott hat nicht nur gehört, sondern Gott hat erhört, hat geholfen. Gott hat eine Lösung oder besser gesagt Erlösung gebracht.

Und so will ich den Rückblick aufs eigene Leben wagen und entdecke Spuren des Handelns Gottes. Ich wage es nicht, mich mit den verzweifelnden Erfahrungen des Volkes Israel zu vergleichen. Eine Gleichsetzung meiner schwierigen Erfahrungen mit den Todesbedrohungen aus der Geschichte Israels will auch nicht gelingen. Dennoch kann ich festhalten, dass Gott in schwierigen Situationen geholfen hat, dass Gott in angstvollen Zeiten erhört hat.

Das will ich auch für die Zukunft mitnehmen und auf Gott hoffen.

Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan