Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 10. Mai 2020

Tu, was dir vor die Hand kommt; denn Gott ist mit dir.
1.Samuel 10,7

Also mutig ran an die Aufgaben.

Eine knappe und klare Handlungsanweisung. Und als eine solche will ich sie verstehen. So ganz nach dem Motto: Handle, wie es nötig ist! Nicht mehr und nicht weniger. Das ist ein gutes Motto für das eigene Handeln. Das bedeutet doch auch, dass ich Dinge nicht unnötig verschieben, sondern angehen soll. Also mutig ran an die Aufgaben.

Und wenn das Ganze auch noch mit der Verheißung verbunden ist, dass Gott mit mir ist, kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Was kann mir Besseres passieren als eine eindeutige Handlungsanweisung verbunden mit der Zusage „Gott ist mit dir“.

Gerade vor großen Herausforderungen oder schwierigen Aufgaben ist so eine Gotteszusage ein besonderer Akt der Motivation und Dynamisierung. Es tut einfach gut, dies selbst zugesprochen zu bekommen. Es tut gleichfalls gut, jemand anderem dies zusprechen zu können: „Gott ist mir dir.“

Und doch beschleicht mich die Sorge, Gott für die eigenen Dinge und zum eigenen Nutzen in die Tasche stecken zu wollen, ihn zum „nützlichen Idioten“ zu machen. Gott legitimiert dann meine Sache. Ich entscheide und Gott hilft mir dabei! Der große Gott wird zu einem Hilfsgott, den ich bei Gelegenheit und, wenn ich ihn brauche, hervorhole, um ihn danach wieder verschwinden zu lassen. Selbst die große Politik war vor über 100 Jahren so gestrickt und spannte Gott vor den eigenen Kriegswagen.

Ich brauche im besten Sinne des Wortes ein Korrektiv, das mich davor bewahrt, Gott vor den eigenen Karren zu spannen. Wohl darum wissend, haben die Verantwortlichen der Herrnhuter Losungen dem gelosten Vers aus dem Alten Testament einen Vers aus dem Neuen Testament hinzugestellt, der nötigenfalls korrigierend auftreten kann.

„Der Herr aber wird dir in allen Dingen Einsicht geben.“ (2.Timotheus 2,7) Was sich hier ebenfalls als Zusage zeigt, bringt zum „Gott mit mir“ die nötige Einsicht, die ich brauche. Denn so bleibt Gott Gott und ich mache ihn nicht zu einem Taschenspielertrick.

So hoffe ich auf Einsicht, die mir Gott schenkt, damit ich froh, gut und gerne das tue, was mir vor die Hand kommt und zu dem Gott selbst froh, gut und gern stehen kann und seine Gegenwart mir gewiss sein darf.

Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan