Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 7. April 2020

Der HERR, der König Israels, ist bei dir, dass du dich vor keinem Unheil mehr fürchten musst.

Zefanja 3,15

Diese Zeiten sind nicht gottlose Zeiten.

„We will meet again“, lautete der letzte Satz der Fernsehansprache der Queen zur Corona-Krise im Vereinigten Königreich. Ein Satz der Hoffnung und der Zuversicht, den sie einem Lied von Vera Lynn entnommen hat, die es zu Kriegszeiten sang. Und die 2009 mit einer Neuaufnahme des Liedes mit 92-Jahren auf den 1. Platz der Hitcharts in Großbritannien kam. Erinnerungen an Kriegszeiten wurden geweckt. Erinnerungen an Hoffnungen. Erinnerungen an einen Neuanfang. Es darf und kann weitergehen!

Ob die Vergleiche zwischen der jetzigen Corona-Krise und den Kriegszeiten stimmig sind, vermag ich nicht abzuschätzen. Mir persönlich sind sie eher fremd und scheinen überzogen. Und doch begegnen sie uns an verschiedenen Stellen. Sie werden regelrecht zum Vergleich herangezogen. Dabei ist die Queen nicht allein.

Auch die Heilszusage des Propheten Zefanja geschieht in unheilvollen Kontexten. Derselbe Vers spricht gar von Strafe. Heilszusagen haben stets einen unheilvollen Hintergrund und Rahmen.
In guten Zeiten fällt uns das selten auf. Wir überlesen dieses wichtige Detail. In schwierigen Zeiten wie jetzt, erscheint es jedoch um so bedeutungsvoller. Dabei verbindet sich unser Erleben mit der Karwoche. Kar von althochdeutsch kara = Trauer, Klage, Leid. Wir durchleiden die Woche von Karfreitag und den Weg Jesu zum Kreuz.

Und in einer solchen Situation ergeht die Zusage: Du musst dich „vor keinem Unheil mehr fürchten“. Damit war das Unheil nicht weg. Die schwierigen Zeiten sind nicht wie weggeblasen. Ihnen wird die Macht entzogen. In herausfordernden Zeiten erfolgt der Zuspruch.

Begründet wird dies mit der Feststellung „Der HERR ist bei dir“. Diese Zeiten sind nicht gottlose Zeiten. Gott schaut nicht einfach weg. Es sind Zeiten, die wir mit Gott meistern und bewältigen können.

Darum gilt:
„Herr, bleibe bei uns. In Deiner Gegenwart will ich glauben, dass ich mich vor keinem Unheil fürchten muss. Darum stehe Du uns bei!“

Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan