Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 19. April 2020

Er behütete sein Volk wie seinen Augapfel.

5.Mose 32,10

Behüte mich wie einen Augapfel im Auge.

„Jemanden oder etwas hüten wie seinen eigenen Augapfel“ ist eines der vielen Beispiele für sprichwörtlich gewordene Aussprüche der Bibel. Und jeder weiß, was mit diesem Bild gemeint ist. Schützend halten wir unsere Hände vor die Augen. Unsere Augen sind uns wertvoll. Den Augapfel hüten wir. Da ist uns etwas oder wer so richtig wichtig geworden, ans Herz gewachsen, dass wir dies oder ihn so hüten wollen.

So erwächst das Bild vom Hüten wie seinen Augapfel aus einer innigen Beziehung zwischen Gott und seinem Volk. Gott hat sich an dieses Volk gebunden, weiß sich ihm verbunden, ist mit diesem Volk einen Bund eingegangen.

Die Rede von der Verbundenheit, vom Bund fürs Leben, vom Bündnis ist uns nicht fremd. Wir können ermessen, was damit gemeint ist an Treue, gegenseitiger Verantwortung und Verpflichtung, an Weggemeinschaft. Die Rede vom Augapfel versetzt dies alles in ein Bild.

Und erneut erkenne ich, dass der Rückblick, der hier geschieht, kein Blick auf harmlose Zeiten war. Es war der Blick auf turbulente, auf schwierige Zeiten. Für diese Zeiten galt, dass Gott in Gefahren behütet hat, dass Gott zu seinem Bund stand. In diesen Zeiten wuchs die Erkenntnis für diese besondere Liebeserklärung an Gott.

Das will ich aufnehmen für mein Leben, aber auch für jene, die mir ans Herz gewachsen sind. Ich will glauben, dass die Rede vom Augapfel auch noch heute gilt, dass ich durch Christus zu diesem Volk gehören darf. Und ich will hoffen, dass ich es in schwierigen Zeiten nicht vergesse, sondern umso mehr glauben darf. Denn gerade in solchen Zeiten brauche ich diese Zusage.

So will ich mit Ps 17,8 beten:
„Behüte mich wie einen Augapfel im Auge, beschirme mich unter dem Schatten deiner Flügel.“

Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan