Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 14. April 2020

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.

1.Petrus 1,3

Bevor ich wieder zu schnell bei mir bin, um festzuhalten, was ich alles zu tun und zu glauben habe, nehme ich mich wieder heraus.

Denn um die eigentlich aktive Person, um die es hier geht, ist Gott selbst. Er war tätig. Da ist etwas mir Zugute geschehen – und das auch noch lange vor meiner Zeit. Der eigentliche Dreh- und Angelpunkt ist die „Auferstehung Jesu Christi“. Und die ist wahrlich nicht zu meinen Lebzeiten erfolgt.

Im Weihnachtslied Paul Gerhardts „Ich steh an deiner Krippen hier“ heißt es:

„Da ich noch nicht geboren war, / da bist du mir geboren / und hast mich dir zu Eigen gar, / eh ich dich kannt, erkoren. / Eh ich durch deine Hand gemacht, / da hast du schon bei dir bedacht, / wie du mein wolltest werden.“

Bevor ich überhaupt nur einen Finger für irgendwen oder für Gott krumm machen konnte, hat Gott selbst schon für mich gehandelt und sein „Es ist vollbracht!“ über meinem Leben ausgerufen. Und ich erinnere mich daran, dass die Bibel stets vom Handeln Gottes spricht, wenn Menschen zum Glauben kommen. So sehr ich meinen Glauben als aktiv empfinde, begründet er sich nicht daher. Er ist ein Geschenk und eine Gabe Gottes an mich. Es liegt darum nicht an meinem Tun und Wollen. Und ich muss gestehen, dass ich heil froh darum bin. Denn würde alles an meinem Tun und Wollen oder gar an meinem Glauben liegen, wüsste ich nicht, wo ich am Ende landen würde.

So freue ich mich an Gottes Handeln in meinem Leben und im Leben vieler anderer. Denn die Hoffnung, die mein Leben bestimmt, steht auf gutem Grund. Denn dem Tod ist die Macht genommen und neues Leben sichtbar geworden. Ich komme ins Staunen und ins Loben. Darum geht es ja: „Gelobt sei Gott!“

Erneut wird mein Blick auf Gott selbst gelenkt. Von ihm kommt mein Leben. In seinen Händen liegt es. Und damit verbindet sich eine „lebendige Hoffnung“, mit der ich in die Zukunft gehen darf.

Dafür kann ich dankbar sein und Gott loben, ob mit Paul Gerhardt oder Andreas Frey.

Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan