Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 13. April 2020 Ostermontag

Jakob zog seinen Weg. Und es begegneten ihm die Engel Gottes.

1.Mose 32,2

Er oder sie wird schon seinen oder ihren Weg machen.

Der erste Satz der Losung ist zunächst eine lapidare Aussage. Jakob war auf Reisen. Doch dahinter steckt ja mehr. Wir sprechen ja auch davon, dass jemand „seinen Weg geht“ oder „seinen Weg macht“ und meinen den Lebensweg. Hinter der lapidaren Formulierung steckt also mehr. Und oftmals sagen wir es, wenn nicht ganz so sichtbar wird, ob der Lebensweg auch gelingt. Es gehört ein Stück Zuversicht und Hoffnung zu diesem Satz. Er oder sie wird schon seinen oder ihren Weg machen.

Bei Jakob war das jedenfalls nicht so sicher. Da war die Geschichte mit der Erbschleicherei, das Zerwürfnis mit einem Bruder, auch die Geschichte mit der eigenen Eheschließung verlief nicht ohne Turbulenzen. Ganz gerade ging sein Weg eher nicht. Er glich eher einem Segelkurs, der geprägt durch Schlangenlinien als Ziel kommt. Dabei ist je nach Wind nicht auszuschließen, dass man auch mal Sorge haben muss, ob man da ankommt, wo man ankommen will. Der Segelkurs des Jakob hatte so manche Böe im Verlauf.

Und doch war sein krummer Weg geprägt von Engelsbegegnungen. Das war nicht unbedingt abzusehen. Das lag nicht an ihm. Nicht alles liegt an unserem Wollen und Tun. So manches wird uns geschenkt, wird uns zuteil. Gott schickt seine Boten und prägt damit das Leben des Jakob.

Ich bin bislang meinen Weg gegangen. Im Blick zurück erkenne ich, wie Gott an wichtigen Stellen gehandelt, mich begleitet hat. Ich will nicht ermessen, was aus meinem Leben geworden wäre, wenn es zu diesen Gottesbegegnungen nicht gekommen wäre, wenn Gott nicht heilsam eingegriffen hätte. Manches liegt noch vor mir und gewiss auch so mancher Schlingerkurs, manche Ungewissheit. Auch hier will ich hoffen, dass Gott alle meine Querungen zum Wind kennt und es zu Engelsbegegnungen kommt.

Ich will das nicht nur für mich hoffen, auch für meine Familie, für junge und alte Freunde, für Gemeindeglieder. Denn gerade Wege gibt es selten im Leben. Doch es soll mich und andere die Zuversicht begleitet:

Er macht seinen Weg! Sie macht ihren Weg! Und vom Ende her darf es dann im Rückblick heißen, dass dies auch eingetreten ist. Doch noch bleiben wir im Glauben und noch nicht im Schauen. Aber dann im Himmel werden wir nochmals all die Engel treffen, denen wir zu Lebzeiten begegnet sind. Das ist eine schöne Aussicht!

Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan