Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 22. März 2020

Es ist ein Gott im Himmel, der Geheimnisse offenbart.

Daniel 2,28

Gottes geheimnisvolle Wege

In dem 2005 veröffentlichten und eher unbekannten Film „Mord im Pfarrhaus“ spielt Rowan Atkinson (Mr. Bean) einen trotteligen Pfarrer und Familienvater (https://www.youtube.com/watch?v=BTRrMBW5DOM). Auf dem Pfarrkonvent hält er eine Rede über „Gottes geheimnisvolle Wege“. Der Titel seiner Konventsrede ist dabei eine Erklärung für die mysteriösen Vorgänge im Film, die der Zuschauer sieht, die den Akteuren selbst aber im Verborgenen bleiben. Mit viel britischem Humor erhalten wir einen Einblick in Reverend Goodfellow’s Gemeinde und sein Familienleben in Little Wallop, was man mit Klein Zitzelwitz übersetzen könnte. Der Film genießt Kultstatus in unserer Familie, denn unsere Kinder meinen, dass ich gewisse Ähnlichkeiten mit dem Hauptdarsteller habe, was eine böse Unterstellung ist.

Doch wie sieht es mit Gottes geheimnisvollen Wegen aus? Manchmal verstehen wir sein Handeln nicht, stoßen uns daran oder fühlen uns von ihm verlassen. Wo ist Gott angesichts meiner Not? Im Rückblick stellt es sich dann anders und segensreich dar. Manchmal verstehen wir es auch im Rückblick nicht; es bleibt uns verborgen. „Meine Wege sind nicht eure Wege, sagt Gott“, ruft Reverend Goodfellow unbeholfen ins Mikrophon. Die Bibel kennt dieses Fragen nach einem guten Gott, wenn es einem selbst schlecht geht. Die Psalmen sind voll solcher Klagen.

Auch wenn Gottes Handeln nach unserem Erleben rätselhafte Züge haben kann, durchzieht eine starke Botschaft die Bibel. Denn Gott macht kein Hehl daraus, dass er Lust an uns Menschen hat. Er will uns nahe sein, eine Gemeinschaft mit ihm und untereinander ermöglichen. Von der Wiege bis zur Bahre durchläuft sein Sohn unser Leben. Aus Verstrickungen, die nicht dem Leben dienen, will er uns befreien und neues Leben geben, wo altes kaputt geht.

Unermüdlich ist Gott am Werk, damit sich das Gute, was am Anfang der Schöpfung offenkundig war, wieder durchsetzt. Am Ende soll alles wieder gut werden. Das ist das große Zielfoto Gottes für unser Leben und für die Geschicke dieser Welt. Schon jetzt zeigt Gott uns dies und lässt uns daran teilhaben. Denn „es ist ein Gott im Himmel, der Geheimnisse offenbart.“

Daran will ich mich klammern und es trotzig glauben, wenn mir mal wieder Gottes Wege rätselhaft bleiben und das Ergebnis allzu offen erscheint. Ich bleibe in Gottes Hand und befehle die mir nah und fern sind, diesen guten Händen Gottes an.

Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan