Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 25. Dezember 2020

Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.
Lukas 2,10-11

In Italien sieht man sie am Strand. Jene Männer und Frauen in roter Kleidung mit dem Aufdruck SALVATAGGIO, auf Deutsch Rettung. Es sind Rettungsschwimmer, die besonders bei hohem Wellengang mit wachen Augen das Meer absuchen. Im Ernstfall sind sie bereit, sich in die Wogen zu werfen, um Menschen in Not zu retten. Die Rettung findet Mensch zu Mensch statt.
Ebenso handelt Gott. Denn Gott wird Mensch, damit wir Menschen gerettet werden. Gottes Sehnsucht ist der Mensch, sodass er selbst Mensch wird.
Während wir gern Gott wären und vielleicht keinen Gott außer uns selbst akzeptieren, geht Gott selbst den anderen Weg.
Wir werden aufgewertet, ohne selbst Gott zu werden. Denn wir brauchen das auch nicht mehr. Wir werden befreit von dem steten Suchen. Denn Gott ist nun Mensch und er durchläuft unsere Lebensstationen vom Mutterleib bis zum eigenen Tod.
So konnte es die große jüdische Denkerin Hannah Arendt formulieren:
Dass man in der Welt Vertrauen haben und dass man für die Welt hoffen darf, ist vielleicht nirgends knapper und schöner ausgedrückt als in den Worten …: „Uns ist ein Kind geboren.“
Das ist die Rettung unseres Lebens. Darum wird dieser Jesus zum Immanuel, zum Christus. Denn ausgerechnet ein Menschlein wird zum Zeichen des Lebens, weil sich mit ihm eine weitere Botschaft verbindet: Hier ist nicht irgendein Menschenkind geboren, sondern Gott selbst tritt hervor.
Darum gilt: Frohe Weihnachten!

Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan

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