Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 17. Dezember 2020

Es gibt eine Hoffnung für deine Zukunft, spricht der HERR.
Jeremia 31,17

Dieser Vers spricht mich direkt an. Ich muss ihn mehrmals lesen – nicht, weil ich ihn nicht verstehe, sondern weil er so kurz und prägnant ist.

Den kann ich in den Tag, in mein Leben mitnehmen. Dieser Zuspruch motiviert mich, setzt mich in Gang. Der Nebel lichtet sich, die Sonne bricht durch. Ich erinnere mich an einen Ausflug zur Hornisgrinde bei Inversionswetterlage. Die Rheinebene war im Nebel und wir sahen bis zu den Alpen.
In den verschiedenen Begegnungen und Herausforderungen des Tages wiederhole ich den Satz der Losung vom Morgen. Dieser Zuspruch wird zum roten Faden für hoffnungslose Fälle, bei Kühen auf dem Eis, bei eigenem Versagen, für schwierige Fälle und Mitmenschen. Ich will ihn auswendig lernen, oder wie der Engländer sagen würde „zu Herzen nehmen“.
Dabei variiere ich den Spruch. Manchmal kommt ein kleines noch hinzu: „Es gibt noch Hoffnung!“ Dann klingt stärker die Sorge um die eigene Zukunft oder die anderer an. Denn das will ich auch glauben, dass es diese Hoffnung für die Zukunft auch für andere gibt – für alle, denen ich begegne, für die Sympathischen und für die anderen, für die Leichten und für die eher Schwerfälligen.
Gerade für schwierige Zeiten hoffe ich auf Lösung durch die Losung. Das hilft, die Hände nicht resigniert in den Schoß legen zu wollen, sondern mutig die Dinge anzugehen. Wenn es noch Hoffnung gibt, lohnt sich die Anstrengung und Mühe. Ist die Hoffnung verloren, lohnt nichts mehr.
Was wird aus uns, wenn wir diese Hoffnung nicht mehr haben – für das eigene Leben, für die eigenen Kinder oder Eltern, für die uns Nahen und Fernen, für die angeblich so unlösbaren Fälle dieser Welt?
Wir würden zu Hause sitzen und jammern. Und dabei leicht übersehen, dass jammern die beste Weise ist, mit einer Situation nicht zufrieden zu sein und dennoch nichts tun zu müssen. Besteht noch Hoffnung, die uns Gott schenkt, mögen wir zwar auch unzufrieden sein, doch gibt es nun einen guten Grund aufzubrechen, den Tag und die Zukunft anzugehen.
Es gibt noch Hoffnung! So gehe ich getrost in die Zukunft.
Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan

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