Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 09. Dezember 2020

Der HERR, dein Gott, führt dich in ein gutes Land, ein Land, darin Bäche und Quellen sind und Wasser in der Tiefe. 5.Mose 8,7
5.Mose 8,7

Am Ende wird es gut, lautet die Perspektive. Wäre es anders, würde sich das Aufstehen am Morgen nicht lohnen, wäre es die Mühe nicht wert, die Anstrengung wäre vergeblich und die Motivation darnieder.

Am Ende wird es gut, lautete das Motto für das Volk Israel in Zeiten der Wüstenwanderung. In der Sprache und der Verheißung der Bibel hieß es: Gott führt euch in das gelobte Land. Dem Abraham hat er es verheißen. Mit Mose und Josua hat Gott es nochmals bekräftigt. Mit dieser Vision und Sicht im Herzen werden die Wirrnisse und Strapazen der Wüstenwanderung – am Ende sind es ganze 40 Jahre bzw. eine ganze Generation – nicht geringer. Jedoch sind es die Kraftanstrengungen wert. Denn am Ende wird es gut. Am Ende steht der Einzug ins gelobte Land.
Das gute Land, das hier für Menschen der Wüste in den buntesten Farben gemalt wird, mit Wasser die Fülle, wird zum Leitbild in den Mühen und Sorgen des Alltags. Abends, wenn sie in den Zelten zusammensaßen, erzählten sie sich von dem Land Gottes. In den Phasen des Hungers und des Streites trugen sie das Bild in ihrem Herzen. Manchmal hatten sie es auch verloren. Doch ganz weg war es nie.
Am Ende wird es gut, ist auch die Hoffnung der Christenmenschen. Das heißt auch, dass es noch nicht gut ist. Noch sind wir auf dem Weg, erleben Widersprüchliches, vergebliche Mühen, Niederlagen, Ungerechtigkeit – schlechtes und böses. Noch sind wir mitten in den Ambivalenzen des Lebens und unserer Welt. Noch fragen wir uns, ob denn das wirklich gut ausgehen kann. Da können schon Zweifel aufkommen.
Und doch wollen wir die Hände nicht einfach in den Schoß sinken lassen. Und doch wollen wir trotz zitternder Knie vorangehen, das Leben gestalten. Denn das Ziel am Ende aller Zeiten, wenn Gott alles in allem sein wird, wenn Gott alles gut machen wird, prägt schon jetzt unser Reden und Handeln. Das gibt es uns Mut und Motivation für unsere Mühen. Und wenn diese vergeblich waren, bedeutet dies nicht, dass wir aufgeben.
Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan

Archiv – Gedanken zur Tageslosung