Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 08. Dezember 2020

Der Tag des HERRN kommt und ist nahe.
Joel 2,1
Wir warten auf einen neuen Himmel und eine neue Erde nach seiner Verheißung, in denen Gerechtigkeit wohnt.
2.Petrus 3,13
Der christliche Liedermacher Manfred Siebald singt in einem seiner Lieder von der Erwartung des Wiederkommens Christi:
“Wir haben es uns gut hier eingerichtet, der Tisch, das Bett, die Stühle steh`n; der Schrank mit guten Dingen vollgeschichtet: wir sitzen, alles zu besehn. Dann legen wir uns ruhig nieder und löschen müd‘ vom Tag das Licht und beten laut: HERR, KOMM DOCH WIEDER! und denken leise: jetzt noch nicht! – und beten laut: HERR, KOMM DOCH WIEDER! und denken leise: jetzt noch nicht!“
Kann es sein, dass ich voller Hingabe und innerer Anteilnahme die schönsten Adventslieder singe, regelrecht die Wiederkunft Christi herbeisinge – darum geht es ja im Advent -, und dann doch denke: „Wenn er noch ein wenig verzieht, ist es auch nicht schlecht. Denn es geht mir ja ganz gut.“?
Und dann sehe ich die Nachrichten der Welt von Coronatoten über Klimakatastrophen bis hin zu terroristischen Akten und Elend. Und ich erlebe mich, wie ich denke: „Mach End, o Herr, mach Ende mit aller unsrer Not.“ (EG 361)
Da kommt plötzlich so eine Sehnsucht nach neuen besseren Verhältnissen und Zuständen auf, eine Hoffnung auf „einen neuen Himmel und eine neue Erde“.
Und ich erinnere mich an das Adventslied „O Heiland reiß die Himmel auf“ (EG 7,4): „Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt, Darauf sie all ihr Hoffnung stellt? O komm, ach komm vom höchsten Saal, Komm tröst uns hier im Jammertal.“
Und dann fällt das Warten plötzlich schwer, was zuvor noch undenkbar war. Plötzlich kann es nicht schnell genug kommen – jene Zeiten, „in denen Gerechtigkeit wohnt“.
Vielleicht ist es genau diese Spannung, in der wir leben.
Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan

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