Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 07. Dezember 2020

So sind wir nun Botschafter an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott!

2.Korinther 5,20

Keine Frage, mit „wir“ meint der Paulus sich, den Timotheus, den Silas und viele andere, die unterwegs waren und das Evangelium verbreiteten. Im ganzen Mittelmeerraum waren sie aktiv. Also gut, nicht im Ganzen, aber immerhin wollte Paulus sogar nach Spanien – nach damaligen Erkenntnissen am Ende der Welt. Und immerhin gibt es Berichte, die davon ausgehen, dass er es sogar bis nach Spanien geschafft hat. Wir sind also Paulus und die Seinen.
Doch was passiert, wenn ich aus dem Wir „wir Christen alle“ mache? Ich will mal diesem Gedanken nachgehen. Wir sind also Botschafter von Jesus Christus. Botschafter, so lese ich, vertreten die Interessen eines Landes im jeweiligen Gastland und werden dazu ausgesandt.
Ich will das mal übertragen: Wir Christen sind von Christus in die Welt gesandt, um seine Interessen zu vertreten. An meinem Reden und Handeln in meinen Beziehungen, bei meinen Kontakten und Begegnungen mit anderen soll sich zeigen, was Christus will. Im Übrigen sagt das schon das Wort „Christ“. Das sind jene, die Christus nachfolgen, die sich von Christus prägen lassen. Das stellt hohe Ansprüche an mich.
Dabei ist es nicht unerheblich, sich die Interessen Christi genauer anzuschauen. Gewiss gibt es verschiedene, möglichweise gar viele. Ein Interesse wird hier genannt: „Lasst euch versöhnen mit Gott!“
Mit meinem Tun und Lassen, Reden und Handeln soll eine Einladung ausgesprochen werden, sich wieder neu Gott zuzuwenden. Nicht dass Gott mit uns Menschen versöhnt werden müsste, denn Gott hatte sich in Christus mit der Welt versöhnt. Vielmehr geht es um uns Menschen, auf dass wir mit Gott wieder ins Reine kommen.
Bei ist die Versöhnung ausschlaggebend – also jenes Handeln, das wieder zusammenbringt, nachdem etwas schief gelaufen, nachdem man aneinander schuldig geworden war. Versöhnen heißt doch, wieder aufeinander zuzugehen, nachdem man sich entzweit hatte.
Gott hat dabei schon den ersten Schritt gemacht. Er reicht uns Menschen die Hand. Und für diese Versöhnung von Gottes Seite aus sind wir nun Botschafter, Interessensvertreter. Dieses Interesse verbinden wir mit einer Einladung an die Menschen, denen wir begegnen:
„Lasst euch versöhnen mit Gott!“ Gott hat es schon längst getan!
Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan

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