Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 20.07.2021

Ihr Lieben, wenn uns unser Herz nicht verdammt, so reden wir freimütig zu Gott, und was wir bitten, empfangen wir von ihm.

1. Johannes 3,21-22

Ich muss gestehen, dass mich die heutige Tageslosung ratlos gemacht hat. Denn ich habe mich gleich gefragt, wann und wie oft denn „uns unser Herz nicht verdammt“. Wie oft kommt es vor, dass wir nur so von Glauben strotzen und selbst die kleinste Anfrage des Zweifels erst gar nicht aufkommt? Vielleicht bin ich da nur eine Ausnahme und andere kennen die Verdammungen des eigenen Herzens gar nicht. Vielleicht gibt es ja mehr Menschen mit einem reinen Gewissen, als mir bewusst ist.
Froh war ich allerdings erst so richtig, als ich die beiden Verse zuvor las:
19 Daran erkennen wir, dass wir aus der Wahrheit sind, und können vor ihm unser Herz überzeugen, 20 dass, wenn uns unser Herz verdammt, Gott größer ist als unser Herz und erkennt alle Dinge.
Ich halte also fest: Es gibt die Zeiten und Phasen, in denen uns unser Herz verurteilt, in denen wir verzagen, in denen von einem starken Glauben nicht viel zu entdecken ist, Schuld und Schuldgefühle uns beuteln. Und ich lerne, dass Gott stets größer ist als mein kleines Herz!
Gerade das will ich in den Tag mitnehmen: Gott ist größer als mein kleines Herz!
Und ich will mich daran erinnern:
„Unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir“
(Augustinus)
Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan

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