Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 16.07.2021


HERR, du bist meine Zuversicht, mein Teil im Lande der Lebendigen.

Psalm 142,6

Wir kennen ihn alle: die Tunnelerfahrung. Da will plötzlich nichts mehr gelingen und gehen. Da werden die Gedanken finster und das Herz schwer. Kein Ausgang in Sicht. „Und ob ich schon wanderte im finstern Tal“, heißt es in Psalm 23. Solche Erfahrungen gehören zum Leben.

Bei David, dem Beter des Psalms, ist es eine Flucht- und Höhlenerfahrung. Da ist man nicht auf der Schnellstraße des Glücks, sondern eher in der Sackgasse der Glücklosigkeit. David muss um sein Leben bangen. Der Tod scheint näher als das Leben. Und an Auswegen herrscht wahrlicher Mangel. Höhlenerfahrungen werden leicht zu traumatischen Erlebnissen.

Und angesichts des Todes stellt sich die Frage:

 Wo werde ich sein, wenn ich tot bin?
 Ist es das Ende von allem?
 Wo ist Gott, wenn ich tot bin?
 Besteht noch Hoffnung?

Das Trotzwort des Glaubens heißt hier begründete Zuversicht. Denn Gott, an den ich glaube, ist und bleibt derselbe, ob ich lebe oder sterbe. Er ist „mein Teil im Lande der Lebendigen“. Darauf will ich hoffen.

Und auch das will ich hoffen, dass die Tunnelerfahrungen des Lebens, dass die finstern Täler einen Eingang und einen Ausgang haben.

Und für die Zeit dazwischen will ich gern Psalm 23 aufnehmen:
„… fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir“.

Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan

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