Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 15.07.2021


Der HERR sprach zu Mose: Ich habe das Murren der Israeliten gehört. Sage ihnen: Gegen Abend sollt ihr Fleisch zu essen haben und am Morgen von Brot satt werden und sollt innewerden, dass ich, der HERR, euer Gott bin.

2. Mose 16,11-12

Die Geschichte des Volkes Israel nach der Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten wird gern als Murrgeschichte bezeichnet. Das Verb murren kommt wahrlich häufig vor. Sobald Schwierigkeiten aufkommen, murren sie gegen Mose und gegen Gott. Wie ein roter Faden zieht sich das durch die Schilderung jenseits von Ägypten.

Doch bevor ich über dieses undankbare Volk den Kopf schüttle oder die Augen verdrehe, stocke ich. Könnte es sein, dass meine Lebensgeschichte auch so eine Murrgeschichte ist und mir die Murrerzählungen der Bibel einen Spiegel vorhalten?

Wenn alles gut läuft, passiert doch zweierlei: Der Lob und Dank Gottes geht fast von selbst. Oder aber ich nehme das Ganze als selbstverständlich und denke dabei gar nicht an Gott. Gewiss wechseln sich beide Reaktionen ab. Dabei habe ich schon den Eindruck, dass der Glaube an die Selbstverständlichkeit und die eigene Vergesslichkeit überwiegt. Dass alles im Leben glückt, ist schon beinahe ein Lebensrecht.

Wenn es eben nicht glückt, wenn zum Leben sich Turbulenzen gesellen, wenn es eben nicht rundläuft, will ich nicht ausschließen, dass ich Gott auf die Anklagebank zerre. Wo ist Gott? Wo bleibt Gott?

Gott sei Dank, ist Gott nicht nachtragend. Liebe ist eben nicht nachtragend. Wie er immer wieder das murrende Volk mit seinen Taten beschämte, will ich auch hoffen, dass Gott es bei mir auch tut. In Liebe wendet er sich mir ständig neu zu.

Dafür will ich Gott danken!

Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan

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