Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 02.07.2021


Gott wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein.

Offenbarung 21,3

Das Massaker von Srebrenica war das schwerste Kriegsverbrechen auf europäischen Boden seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Im Juli 1995 wurden über 8.000 Bosniaken – vor allem Jungen und Männer im Alter von 13 bis 78 Jahren – von der Armee der Republika Srpska unter Ratko Mladić ermordet. Das von Serben und Bosniaken sowie Kroaten bewohnte Gebiet sollte ethnisch gesäubert werden.
Wir blicken mitten in einen Nationalitätenkonflikt. Hutu und Tutsi, Türken und Kurden, Juden und Palästinenser – die Liste ließe sich fortführen. Unterschiedlichste Gründe und Ursachen lassen die zu lobende Vielfalt der Völker zum Problem werden. Eine schier endlos bleibende Spirale des Hasses und von Kriegen zeigt ihre hässliche Fratze. Und kein Ende ist abzusehen.
Da wird das Bild vom Ende der Zeiten aus dem Buch der Offenbarung zu einem Sehnsuchts- und Hoffnungsbild. Am Ende wird Gott wohnen mitten in der Vielfalt der Sprachen und Kulturen, der Hautfarben und unterschiedlichster Prägungen des Körperbaus.
Noch sind wir nicht da angekommen. Noch fügen Menschen und Völker anderen Menschen und Völkern Leid zu, begründen dies auf unterschiedlichste Weise.
Nicht jeder hat diese Sehnsucht von der Vielfalt der Völker. So mancher stößt sich am anderen, reagiert gereizt oder gar feindselig.
Schon jetzt führt der christliche Glaube Menschen von allen Enden der Erde zusammen. So unterschiedlich sie auch sein mögen in ihrem Denken und Handeln, in ihren Sprachen und Kulturen, Christus verbindet sie. Damit werden sie zu einem Vorabbild für das, was am Ende der Zeiten für alle Völker gelten wird:
„Gott wird bei ihnen wohnen!“
Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan

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