Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 01.07.2021

Ich bin der HERR, dein Gott, von Ägyptenland her. Einen Gott neben mir kennst du nicht und keinen Heiland als allein mich.

Hosea 13,4

Das Glaubensbekenntnis Israels beginnt mit „Höre, Israel, der HERR ist unser Gott, der HERR ist einer.“ (5Mose 6,4) In der Kurzfassung wird es einfach »Schm’a Jisrael« genannt, „Höre Israel“. Im traditionellen Judentum wird dieses Aufforderung auf ein Pergament geschrieben und in einem Kästchen, der Mesusa, aufbewahrt und am von außen betrachtet rechten Türpfosten des Eingangs angebracht. Damit nimmt man auf, was auch hier festgehalten wurde: „Diese Worte sollst du schreiben an die Pfosten deines Hauses und an deine Tore!“ (5Mose 6,9+11,20)
Beim Rein- und Rausgehen sollen die Menschen daran erinnert werden, dass Gott für sie einzig ist, dass sie mit Gott in einer besonderen Beziehung stehen und dass diese Beziehung Auswirkungen auf ihren Alltag hat.
Sie erinnern sich dabei daran, dass Gott eine besondere Geschichte hat. „Von Ägyptenland her“ steht für diese Geschichte. Daran erinnern sich Jüdinnen und Juden: Gott hat uns aus der Sklaverei befreit! So steht am Anfang eine besondere Heilserfahrung, die trägt und prägt.
Zu Beginn des christlichen Glaubens steht auch eine Befreiungsgeschichte, die sich am Kreuz von Jesus Christus ereignet. Hier laufen die menschlichen Schuldgeschichten zusammen, zeigen ihr unheilvolles Wirken und Gottes Urteil darüber. Sie kommen genau am Kreuz an ihr Ende und werden überwunden. Denn der, der für uns in den Tod gegeben wurde, kann vom Tod nicht gehalten werden. In der Auferstehung bricht Leben durch.
Auf dieses Geschehen dürfen wir unser Leben gründen und für diese Welt hoffen. So können auch wir bekennen:
„Wir kennen keinen Heiland als allein Jesus Christus!“
Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan

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