Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 28.06.2021

Aus Liebe hat er uns dazu bestimmt, seine Söhne und Töchter zu werden – durch Jesus Christus.


Epheser 1,5

Ein Mann hatte zwei Söhne, die nicht unterschiedlicher sein konnte. Was so beginnt, klingt wie dem Gleichnis vom Verlorenen Sohn aus Lukas 15 entnommen. Und doch entstammt es aus der Gegenwart. „Wer zwei Kinder gleich erzieht, hat mindestens eines falsch erzogen“, sagt man. Denn Kinder sind unterschiedlich. Manchmal können sie gar gegensätzlich sein. In diesem Fall waren die Gegensätze offenkundig: Der eine wurde zu einem erfolgreichen Geschäftsmann. Der andere bekam selbst noch jenseits der 40 sein Leben nicht auf die Reihe. Manchmal war der Mann schier am Verzweifeln und doch ergänzte er stets: „Ich liebe sie doch beide!“ Daran ließ er keinen Zweifel: „Ich liebe sie doch beide!“
Liebe ist nicht berechnend, nicht aufrechnend. Liebe ist nicht nachtragend. Liebe geschieht ohne Gegenleistung. Liebe kann gar nicht anders, sie will nicht anders. Liebe geht selbst durch den Dornenwald der Enttäuschungen. Wen man in sein Herz geschlossen hat, entlässt man nicht.
Aus Liebe sind wir Gottes Kinder und das – so kann man ergänzen – nicht aus uns selbst. Man macht sich nicht zum Kind. Das liegt außerhalb unseres Selbstbestimmungsrechtes – und das ist gut so. Gott sei Dank, könnte ich ergänzen.
Unsere Bestimmung aus Liebe ist damit deutlich ausgesprochen. Damit verbindet sich gleichsam ein Prozess des Werdens. Wie sind „dazu bestimmt, seine Söhne und Töchter zu werden“. Die Liebesbestimmung Gottes darf und soll sich im Sinne eines Wachsens und Werdens in unserem Leben durchsetzen. Mir fällt das Bild einer wachsenden Pflanze ein. Da darf was wachsen und gedeihen.
Dass wir Kinder Gottes sind, darf dann zunehmend unser Leben, unser Sein und Handeln durchziehen. Gott sei Dank!
Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan

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