Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 26.06.2021

Jauchze und rühme, die du wohnst auf Zion; denn der Heilige Israels ist groß bei dir!


Jesaja 12,6

Das Jauchzen und Rühmen fällt uns Deutschen schon schwer. Noch schwerer fällt es uns, wenn wir auch noch evangelisch sind. Ganz anderes habe ich in Gottesdiensten afrikanischer Gemeinden erlebt. Da ging das Jauchzen und Rühmen wahrlich durch Mark und Bein. Da waren deutliche Jauchzlaute zu hören und selbst das Rühmen zeigte sich in den rhythmischen Bewegungen der Gemeinde.
Nun will ich nicht verschweigen, dass ich selbst in diesen Gottesdiensten relativ nüchtern geblieben bin, auch wenn der Fuß zuckte und die Hand mitschwang. Es hat mich berührt, auch wenn ich nun selbst keine Jauchzlaute von mir gab.
Und doch erinnere ich mich sehr gern an diese bewegenden Gottesdiensterfahrungen. Damit verbunden frage ich mich, ob wir einen verkümmerten Gottesdienst feiern, in dem so wenig durch Mark und Bein geht und sich so viel nur im Kopf abspielt.
Glaube ist doch nicht auf eine Verstandesleistung zu reduzieren. Glaube ist „Herz, Mund und Verstand“, ist Emotion und Körperbewegung.
Glaube nimmt mich als ganzer Mensch mit, mit allen Sinnen.
Nicht nur unsere Gehirnwindungen brauchen Stimulation, sondern auch Herz und Mund, Gefühl und Körper.
Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan

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