Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 23.06.2021

Ich will dich loben mein Leben lang und meine Hände in deinem Namen aufheben.


Psalm 63,5

In heimischen Gottesdiensten steht man zum Gebet und sitzt zum Singen. In englischen Gottesdiensten, soweit ich sie erlebt habe, sitzt man zum Gebet und steht zum Singen. Beider Praktiken haben ihre Begründungen.
In der zweiten Klasse der Grundschule lernte ich mit den Schülerinnen und Schülern das ABC des Gebets: Hände falten, Kopf senken, Augen schließen. In der katholischen Variante wäre es das Handflächen aneinanderlegen wie auf dem bekannten Bild von Albrecht Dürer.
Alle diese Praktiken haben ihre guten Begründungen. Denn unsere Körperhaltung hilft unserer inneren Einstellung bzw. unsere innere Einstellung verlangt nach einer entsprechenden Körperhaltung.
Gewiss können wir an jedem Ort und mit jeder Körperhaltung beten. Und doch wage ich zu sagen, dass unsere Körperhaltung Auswirkungen auf unser Gebet hat und umgekehrt auch.
Folgen wir der Körperhaltung der Tageslosung, folgen wir zum Himmel erhobenen Händen. Sie strecken sich aus zum Himmel. Sie verweisen auf Gottes Wohnort. Sie werden zur zeichenhaften Handlung: Ich öffne mich für Gott! Ich sende mein Lob zu Gott!
Vielleicht, so denke ich, sollte ich mit meinen Gebetshaltungen variieren. So sehr das ABC des Gebets wohl meine Grundhaltung bleiben wird, können sich durchaus andere hinzugesellen.
Ob es dann auch zum Knien kommt, wie es bei den katholischen Geschwistern und auch bei den Protestanten in Nordamerika beim Gute-Nach-Gebet immer noch üblich ist, weiß ich nicht. Aber Haltungsvariationen beim Gebet wären gewiss ein Gewinn.
Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan

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