Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 18.06.2021

Schaff uns Beistand in der Not; denn Menschenhilfe ist nichts nütze.


Psalm 60,13

Wenn ich das so lese, will ich gleich widersprechen. Das mit der unnützen Hilfe von Menschen ist wohl doch zu pauschal. Ich erinnere mich gern an die Hilfe von Menschen. Davon habe ich schon sehr in meinem Leben profitiert. Jeder von uns kennt Menschen, die einem geholfen haben – aus der Familie, aus der Nachbarschaft, dem Freundes- und Bekanntenkreis, Arbeitskollegen und Mitschüler. Menschliche Hilfe ist also schon zu was nütze. Belege ließen sich dafür genügend finden.
Und doch kann ich mir Situationen vorstellen, in denen anscheinend nichts mehr hilft, in denen Gott die letzte Zuflucht nach eine langen Strecke vergeblicher Hilfsmühen ist. Ja, ich kann mir auch vorstellen, dass es Erfahrungen gibt, mit denen man von Menschen nichts Gutes mehr erwartet. Hier bricht dann alles zusammen.
Das sind Not volle Situationen ohne Ausweg, ohne Hoffnung. Nach menschlichem Ermessen ist es vorbei. Das ist jedenfalls die Situation von Psalm 60. Das Chaos ist über Israel hereingebrochen. Es ist das Gericht Gottes über die Sünde Israels.
Und genau in dieser Not wird Gott selbst zum letzten Halt, zum Anker im Sturm.
„Schaff uns Beistand in der Not!“
Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan

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